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Prock Blitzschutz

Blitzschutz: Mehr als eine Stange am Dach

Siegmund Prock (54) und seine Mitarbeiter sind auf den Dächern Vorarlbergs zu Hause. Das Team von Prock Blitzschutz sorgt dafür, dass die Bewohner bei Gewittern ruhig schlafen können.

Dunja Gachowetz

Eine Eisenstange auf dem Dach. Ein paar Kabel, die am Haus entlang in die Erde verlegt werden. Fertig ist der Blitzableiter. Ganz so einfach, wie es sich so mancher Laie vielleicht vorstellt, ist die Erstellung eines Blitzschutz-Systemes nicht. Einer der weiß, wie es geht, ist Siegmund Prock. Er steht seit beinahe 30 Jahren dem Familienbetrieb „Prock Blitzschutz“ in der Dornbirner Höchster Straße als Chef vor. Metier seines neunköpfigen Teams ist es, jegliche Art von Gebäuden gegen Blitzschlag und dessen Folgen zu schützen. Prock hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Und zwar von seinem Vater Josef Prock senior. Von diesem hat er den Betrieb 1983 übernommen, führt ihn nun in zweiter Generation.

Moped mit Anhänger

„Anfang der 1960er-Jahre suchte mein Vater eine neue Herausforderung. Durch einen Bekannten stieß er auf die Blitzschutzbranche“, erinnert sich Prock. 1963, nachdem sich Prock senior weitergebildet hat, gründete er seinen eigenen Betrieb in der Dornbirner Lustenauer Straße. Das erste Firmenfahrzeug: Ein Moped mit Anhänger. Diese Pionierzeit erlebte der Hohenemser als kleiner Bub hautnah mit. Denn auf dem Moped montierte der Senior ein Drahtgestell und so konnte ihn sein Sohn in den Schulferien auf die diversen Baustellen im ganzen Land begleiten. Für den jungen Siegmund war es spannend, seinem Vater bei der Arbeit zuzusehen. Für ihn jedoch war es ein harter Knochenjob.

Zu dieser Zeit steckte die Blitzschutzbranche noch in den Kinderschuhen. Hausbesitzer mussten damals keine dementsprechenden Schutzmaßnahmen treffen. Die Häuselbauer musste Prock somit erst als potenzielle Kunden von seiner Arbeit und vor allem von der Sinnhaftigkeit seiner Vorhaben überzeugen.

„Meinem Vater bei der Arbeit zuzusehen, das hat mich fasziniert. Aber ich habe auch viel erlebt. Beispielsweise sind wir mit einem Sessellift auf eine Alpe gefahren, um dort einen Blitzschutz zu montieren. Das war damals nicht alltäglich. Und ich hatte etwas, was ich in der Schule erzählen konnte“, erzählt der Experte. Bei den Erinnerungen an seine Kindheit muss er lächeln.

Generationswechsel

Als Heranwachsender fuhr der heutige Firmenchef nicht mehr nur mit seinem Vater auf die Baustellen. Sondern: er packte – Prock absolvierte die Handelsschule – in den Schulferien selbst tatkräftig mit an.

Im Jahr 1983, mit knapp 24 Jahren, übernahm er schließlich den Betrieb von seinem Vater. „Noch heute schätze ich es sehr, dass mein Vater damals losgelassen hat. Seine Unterstützung hat er mir aber von Anfang an zugesichert. Er meinte, wenn ich ihn brauche, sei er da. Aber in das tägliche Geschäft hat er sich nicht eingemischt. Die Übergabe ist aus meiner Sicht vorbildlich abgelaufen. Und das ist nicht immer selbstverständlich“, meint der Hohenemser.

Über 400 Projekte

Rund 400 Projekte werden derzeit von den Prockschen Mitarbeitern gleichzeitig „bearbeitet“. „Im ersten Moment klingt das nach sehr, sehr viel Arbeit. Was es auch ist. Aber man muss auch bedenken: Manche Projekte ziehen sich bis zu zwei Jahre hin.“ Mit der Arbeit für einen Blitzschutz wird begonnen, sobald das Fundament eines Gebäudes erstellt wird. Zu Ende führen können die Spezialisten ihren Job aber erst, wenn der Dachdecker die letzte Schindel verlegt hat. Könnten die Arbeiter an einem Stück „werkeln“, würden sie für eine Wohnanlage mit 20 Wohnungen 20 bis 30 Stunden benötigen.

Damit kein Auftrag vergessen wird, sei dieser auch noch so klein, ist deshalb ein hoher organisatorischer Aufwand notwendig. Siegmund Prock kann auf seine Mitarbeiter, sowohl im Innen- als auch im Außendienst, zählen. Er sagt, er brauche Leute, die mitdenken. „Die sich aber auch nicht zu schade sind, raus zu gehen, wenn es ein bisschen regnet. Auch höfliche Umgangsformen und Respekt vor der Tätigkeit des anderen ist mir sehr wichtig. Schließlich sollen die Leute gerne mit uns zusammenarbeiten“, betont der 54-Jährige.

Teamgedanke

Auch eigenverantwortliches Arbeiten und Teamgeist wird bei dem Dornbirner Spezialisten groß geschrieben. „Die Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, schätzen sehr, dass immer wieder die selben Mitarbeiter Ansprech­part­ner
für sie sind. Dadurch wird die Arbeit meiner Leute auch wieder honoriert“, sagt der Experte. Er ist auch davon überzeugt, dass die Topleistungen, die tagtäglich von seinem Team vollbracht werden, die Grundlage für den nachhaltigen Erfolg darstellen.

Die nun fast 50-jährige Erfolgsgeschichte beweist auch, dass die Leistung des Prockschen Teams von anderen Firmen honoriert wird. „Ich kann schon sagen, dass wir in Vorarl­berg Marktführer sind“, sagt Siegmund Prock. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Verantwortlichen des neuen illwerke-Zentrums im Montafon auf den Spezialisten aus Dornbirn setzen. „Die illwerke haben beim Blitzeinschlag im Rodundwerk erfahren, welchen riesigen Schaden ein Blitz anrichten kann. Deshalb sind die Verantwortlichen sensibilisiert.“ Dies ist auch einer der herausforderndsten Aufträge, die vom Team derzeit abgewickelt werden. Aber auch die Abwicklung des Auftrages für die neuen „Aldi“-Hallen in der benachbarten Schweiz im vergangenen Jahr sei keine einfache gewesen. „Aber in die Schweiz wollen wir nicht expandieren“, betont der Experte.

Heute sind die Mitarbeiter von „Prock Blitzschutz“ froh, wenn in der kalten Jahreszeit etwas weniger los ist. Stress haben sie in den Sommermonaten genug. Das war in der Anfangszeit jedoch anders. Siegmund Prock erzählt: „Im Winter, wenn mein Vater auf den Baustellen nicht arbeiten konnte, musste er woanders jobben. Sonst hätte das Geld nicht gereicht.“

Dritte Generation

Mittlerweile ist bereits die dritte Generation im Familienbetrieb tätig. Benjamin ist seit einem halben Jahr mit großem Interesse und Engagement im Team dabei. Somit ist gewährleistet, dass das Bewährte erhalten bleibt, aber auch Platz für neuen Schwung und neue Ideen geschaffen wird.

Prock Blitzschutz

Gegründet 1963 von Josef Prock senior. Firmen­übergabe an Sohn Siegmund Prock im Jahr 1983. Derzeit sind in dem Familienbetrieb, der in zweiter Generation geführt wird, neun Mitarbeiter beschäftigt. Tätig sind diese in ganz Vorarlberg. Website: www.prock-blitz.com

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