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aus dem Gerichtssaal

Bedingte Haft: Mutter misshandelte Kinder

Drei Monate bedingt und Geldstrafe für vorbestrafte Frau wegen Quälens und Körperverletzung: Kleine Kinder regelmäßig geohrfeigt.

Eine Mutter hat nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch ihre drei kleinen Kinder mit Schlägen ins Gesicht misshandelt. Ihre zwei Töchter hat die Frau aus dem Bezirk Dornbirn laut Urteil sogar eineinhalb Jahre lang mit regelmäßigen Ohrfeigen gequält. Die vierfach vorbestrafte 43-Jährige wurde gestern zu einer bedingten Haftstrafe von drei Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 480 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Thomas Raneburger, der einen Freispruch forderte, meldete volle Berufung an.

Mit der Strafe wolle sie generalpräventiv ein Zeichen gegen Misshandlung von Kindern setzen, sagte Richterin Sandra Preßlaber in ihrer Urteilsbegründung. Die Sanktion wäre nach ihren Worten um drei Monate höher ausgefallen, hätte das bereits 2009 eingeleitete Verfahren nicht so lange gedauert. Mehrere Gutachten waren notwendig, darunter ein Salzburger Obergutachten zu jenem der Innsbrucker Gerichtsmedizin, dazu kam auch noch ein Richterwechsel.

Eineinhalb Jahre lang, zwischen Herbst 2007 und April 2009, hat die Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts ihre beiden Töchter regelmäßig geohrfeigt. Das wertete das Gericht als Vergehen des Quälens von Unmündigen mit einer möglichen Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis. Zu Beginn der Misshandlungen war die jüngere Tochter erst zwei Jahre alt, die ältere sechs. Die Sechsjährige wurde, so die Richterin, auch seelisch gequält, indem sie beschimpft, angeschrien und als dumm bezeichnet wurde.

Am 8. April 2009 hat die Mutter nach den Feststellungen des Gerichts zudem ihrem 22 Monate alten Sohn mit Schlägen mit dem Handrücken ins Gesicht Einblutungen und Hämatome zugefügt. Ereignet hat sich die als Körperverletzung eingestufte Tat laut Urteil um 4.30 Uhr in der Nacht im Landeskrankenhaus Feldkirch, in dem das weinende Kind als Patient in einem Gitterbett lag. Zunächst war der im selben Zimmer schlafende Vater eines anderen Kindes als Beschuldigter einvernommen worden.

Falsche Beweisaussage

Das Gericht stützte sich auf zwei Gerichtsmediziner, die Selbstverletzung und Verletzung durch andere Kinder ausschlossen. Und auf den belastend aussagenden Ex-Lebensgefährten der Angeklagten. Er hatte als Zeuge zuerst behauptet, sie habe ihre Kinder nie geschlagen. Deshalb wird auch der vorbestrafte Deutsche nun angeklagt, wegen falscher Beweisaussage.

Seff Dünser

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