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„Hüsle baua“ im Ländle ist kaum noch leistbar

Maximilian Bösch

Im vergangenen Jahr sind die Preise für Grundstücke in Vorarlberg um 7,79 Prozent gestiegen – die für neuwertige Immobilien um 7,07 Prozent. Das geht aus dem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Vorarlberg für 2012 hervor. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro steht dies für eine Preiserhöhung von 21.210 Euro in einem Jahr. Josef Gasser – Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien GmbH – sieht keine Anzeichen für einen Einbruch der Immobilienpreise in nächs­ter Zeit. Er begründet dies damit, dass aufgrund der Geldpolitik der EZB noch relativ viel Geld im Umlauf sei. Die Preiskurve wird nach seiner Einschätzung in Zukunft aber nicht mehr so steil ansteigen wie bisher. „Der Markt ist trocken“, sagt er und verweist damit auf die geringe Anzahl von Immobilien, die zum Verkauf stehen. Trotz hoher Preise und einem geringen Angebot gebe es jedoch nach wie vor genügend Käufer – zumeist seien dies Investoren, die sichere Anlageformen schätzten. Diese Meinung teilt auch Elmar Hagen, der WK-Fachgruppenobmann der Immobilienmakler in Vorarlberg.

Immobilien festhalten

Neben den Investoren sei es aber auch Fakt, dass potenzielle Verkäufer ihre Immobilien momentan lieber behalten würden. „Die Situation ist mit dem Aktienhandel zu vergleichen. Denn da weiß man auch nie, wann die Höchstpreise erreicht sind und man verkaufen sollte“, meint Hagen weiter.

Die Verknappung der Grundstücke im Land, steigende Materialpreise und aufwändigere Bauweisen seien weitere Gründe für den Preisanstieg. Baugrundstücke würden außerdem überwiegend in der eigenen Familie weitergegeben. Auch die Raumordnung spiele eine Rolle, denn wenn weniger Flächen in Bauland umgewidmet würden, seien naturgemäß auch weniger Bauplätze vorhanden. Zusätzlich seien die Banken vorsichtiger bei Kredit-Vergaben. Denn das Ausfallrisiko nehme mit der Höhe der Kredite und Raten ebenfalls zu. Potenzielle Immobilienkäufer, die diese für den Privatgebrauch erwerben wollten, hätten es bei steigenden Preisen somit schwerer, einen Kredit zur Finanzierung einer Immobilie zu bekommen.

Bauträger hingegen müssten ihre Verkaufsobjekte teilweise nicht einmal bewerben, so schnell fänden sich Abnehmer.

„Schon lange hat Vorarlberg – nach Salzburg und Tirol – die dritthöchsten Wohnpreise in Österreich. Wohneigentum wird daher immer mehr zum Luxus“, weiß sReal-Immobilienfachmann Bruno Ehrhart. Deshalb würden immer mehr Interessenten auf Mietobjekte ausweichen. Diese seien zwar ausreichend vorhanden, hätten sich aber aufgrund der verstärkten Nachfrage ebenfalls verteuert. Vor allem im sozialen Wohnbau sei die Nachfrage höher als das Angebot.

Viel höher als Inflationsrate

Die Preissteigerung bei Immobilien lag 2012 fast fünf Prozentpunkte über der Inflationsrate von 2,4 Prozent. Die Lohnsteigerungen bei Arbeitern und Angestellten von durchschnittlich 3,3 Prozent hinken der Immobilienpreiserhöhung damit hinterher. Ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu erwerben – das war in Vorarlberg für den Großteil der Bevölkerung lange Zeit ein enormer, aber durchaus stemmbarer finanzieller Kraftakt.

Angesichts der steigenden Immobilienpreise wird es aber nach Experten-Meinung für Normalverdiener immer schwerer, Eigentum zu erwerben.

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