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Rechnungshof kritisiert Praxisferne

Zu wenig Praxisstunden gibt es nach Auffassung der Rechnungshof-Experten im Rahmen des FHV-Studiengangs „Soziale Arbeit“.

Das wird im Bericht des Landesrechnungshofes nach der entsprechenden Prüfung im Vergleich zu ausländischen Fachhochschulen festgestellt. Verglichen worden ist der Studiengang an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) mit gleichen Angeboten in St. Gallen und München. Empfohlen wird, Projekte und Praktika weiter auszubauen.

An der FHV stehen insgesamt 760 Praktikums-Stunden an, sagte Rechnungshofdirektor Herbert Schmalhardt. An der FH St. Gallen seien es 1600.

Auch die späteren Arbeitgeber der Absolventen des Studiengangs Soziale Arbeit – etwa Institut für Sozialdienste, Kinderdorf oder Caritas – würden die nicht ausreichende Praxis­orientierung an der FHV bemängeln.

Kritisiert werden von den Landesrechnungshof-Prüfern weiter die Lehr- und Lernkultur an der Fachhochschule in Dornbirn. Beides sei nicht mehr den modernen Anforderungen angepasst. Das zeige sich im Vergleich mit der Ausbildungsmethodik an ausländischen Hochschulen. In Dornbirn werde eher nach der klassischen Unterrichtsmethode gelehrt, während an anderen Bildungsstätten fächerübergreifend gearbeitet werde, sagte Schmalhardt. Zudem würden bei den anderen andere Lehrformen eingesetzt, die mehr einem begleitetem Selbststudium entsprächen.

Spielräume nutzen

Im Prüfbericht wird den FH-Verantwortlichen empfohlen, die gesetzlichen Spielräume in diesem Bereich zu nützen. Zudem sollte ein neuer Anlauf unternommen werden, die Bachelor-Ausbildung „Soziale Arbeit“ berufsbegleitend anzubieten. Und es sollte auch genau geprüft werden, ob die Master-Ausbildung weiter angeboten werde: das bringe den Absolventen in der Praxis kaum Vorteile.

Seit elf Jahren wird an der FHV der Studiengang „Soziale Arbeit“ angeboten. Insgesamt stehen 120 Studienplätze in der Vollzeit-Ausbildung zur Verfügung.

Dieses „Zeugnis“, das der Landesrechnungshof dem Studiengang ausstelle, unterstreiche den Handlungsbedarf in diesem Studienzweig, erklärt FPÖ-Wissenschaftssprecherin Silvia Benzer. Wenn im Prüfbericht stehe, dass die Zufriedenheit der Absolventen des Studiengangs signifikant unter den Werten anderer Hochschulen lägen bestehe Handlungsbedarf. Ebenso dann, wenn der relativ hoch gewichtete wissenschaftliche Anspruch für manche Arbeitgeber zu einem schleichenden Verlust an relevanter Basisqualifikation der Absolventen geführt habe. Der Rechnungshofbericht zeige zusätzliche Potenziale auf, die gewissenhaft geprüft werden sollten, sagte ÖVP-Wissenschaftssprecher Matthias Kucera als Reaktion auf die Prüfergebnisse. Die Vorschläge seien nun sachlich zu prüfen, um allfällige zusätzliche Potenziale im Sinne der Studierenden optimal zu nutzen. Vor allem das Thema Praxisorientierung werde bereits jetzt von der Fachhochschulleitung intensiv bearbeitet. Auch die Empfehlung des Landesrechnungshofes, verpflichtende Praxisprojekte im Bachelorstudiengang einzuführen, sei bereits realisiert.

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