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Walla: „Großer Wurf im Sinne der Patienten“

Die wohl umfangreichste Reform für den niedergelassenen Ärztebereich präsentierten Manfred Brunner (VGKK) und Burkhard Walla (Ärztekammer).

Viel Kritik habe es in vergangener Zeit an niedergelassenen Vertragsärzten gegeben. Vor allem über zulange Wartezeiten für Termine hätten sich Patienten beschwert. Nun wurde eine umfangreiche Reform für den niedergelassenen Vertragsärztebereich beschlossen, welche die Patientenzufriedenheit steigern und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems erhöhen soll. Präsentiert wurde dieses Maßnahmenpaket am Freitag von Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) und Burkhard Walla von der Äztekammer Vorarlberg.

„Die Verhandlungen dauerten lange. Aber jetzt haben wir uns dort geeinigt, wo für den Patienten das System verbessert werden kann. Es ist sicherlich ein großer Wurf im Sinne der Patienten“, sagte Burkhard Walla. Sowohl der Ärztevertreter als auch der VGKK-Obmann bezeichneten die Reformen als Meilenstein in der ärztlichen Versorgung für den niedergelassenen Ärztebereich. Es sei gelungen, die Rahmenbedingungen für die Leistungserbringungen so an die gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen, dass es sowohl für die Ärzte als auch für die Patienten passe.

Unter anderem sei eine Neuregelung bei der Honorarordnung vorgesehen. Das bisherige System sei als „leistungsfeindlich“ kritisiert worden, meint Brunner. Es hätte nur wenige Anreize für die Mediziner gehabt, noch mehr Patienten zu betreuen. „Obwohl Vorarlberg in Bezug auf die Einwohnerzahl die zweithöchste Arztdichte Österreichs hat, gab es Versorgungsprobleme. Patienten wichen auf Ambulanzen aus. Dies war nur eine Folge davon. Mit der Erhöhung der Leistungskapazität im niedergelassenen Bereich soll dem nun entgegengewirkt werden“, sagte Brunner. Walla hofft, dass die Neuregelung nun eine Motivation für Ärzte ist, mehr Patienten zu behandeln. Um das zu erreichen, sei eine Abflachung der degressiven Leistungs-Honorierung durch die Einführung neuer Punktestaffeln und Punktewerte beschlossen worden.

Neue Kooperationsmodelle

Handlungsbedarf hätte es auch bezüglich eines neuen Vertragsarztmodells gegeben. „Fast ein Drittel der 318 Vertragsärzte werden bis 2020 das 65. Lebensjahr erreicht haben. Somit gibt es viel Nachbesetzungsbedarf. Um das Angebot der medizinischen Versorgung auch künftig halten zu können, haben die Experten neue Zusammenarbeitsformen für Vertragsärzte entwickelt. Kooperationen sollen in Praxisgemeinschaften, Gruppenpraxen und durch sogenanntes Jobsharing möglich sein. Mit den vorgestellten Optionen müsste nun jeder Mediziner seine Möglichkeit finden, sein Potenzial auszuschöpfen, um den steigenden Bedarf ­decken zu können, ist Brunner überzeugt.

Dunja Gachowetz

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