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Diversion gleich zweimal verweigert: Nun verurteilt

Zwei Chancen, ohne gerichtliche Verurteilung davonzukommen, nicht genützt.

Seff Dünser

Er sei „selber schuld“, gab der Angeklagte während der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu. Die Auflagen für zwei ihm angebotene Diversionen hat der junge Kleinwalsertaler nicht erfüllt. Deshalb blieb der ­Justiz nichts anderes übrig, als ihn doch noch gerichtlich zu verurteilen – wegen des Vergehens des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen.

Dafür wurde der unbescholtene 19-Jährige zu einer teilbedingten Geldstrafe von 400 Euro verurteilt – 100 von 360 möglichen Tagessätzen zu je vier Euro. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 200 Euro. Das Urteil, das der von Olivia Lerch verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig.

Auto geklaut

Die Straftat hatte der damals 17-Jährige bereits am 6. November 2011 begangen. Das Auto seiner Mutter hatte der Jugendliche unbefugt in Betrieb genommen. Der alkoholisierte Bursche nahm ohne Erlaubnis seiner Mama die Autoschlüssel vom Küchentisch. Er fuhr, ohne über einen Führerschein zu verfügen, mit dem Pkw davon.

Zunächst machte ihm die Staatsanwaltschaft Feldkirch das Angebot einer Diversion, bei deren Erfüllung das Strafverfahren eingestellt worden wäre. 30 Stunden gemeinnützige Arbeit hätte der Jugendliche gratis verrichten sollen. Was er aber nicht tat.

Daraufhin gab ihm die ­Justiz sogar noch eine zweite Chance mit der mildesten Sanktionsform. Als Geldbuße hätte der Kleinwalsertaler für die zweite Diversion 100 Euro bezahlen sollen. Auch dazu war er aber nicht bereit. Deshalb wurde ihm jetzt der Prozess gemacht.

Genug Chancen

„Mehr als genug Chancen“ habe der Beschuldigte erhalten, sagte Jugendstrafrichter Othmar Kraft. Weil er davon keine genützt hat, wird er nach der gerichtlichen Verurteilung nun als vorbestraft gelten.

Mildernd waren Unbescholtenheit, Geständnis und jugendliches Alter zur Tatzeit. Erschwerend sei, sagte der Richter, dass der Angeklagte „nicht arbeiten wollte“.

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