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aus dem Gerichtssaal

Neuer Verdacht: 14 Jahre altes Mädchen vergewaltigt

Einzelrichter fällte in Prozess zu gekauftem Sex mit Minderjähriger Unzuständigkeitsurteil, weil sich nun der Verdacht auf Vergewaltigung ergab.

In der gestrigen Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch sprach die Zeugin erstmals davon, sie sei zum Sex mit den beiden jungen Männern gezwungen worden. Deshalb fällte Einzelrichter Othmar Kraft ein Unzuständigkeitsurteil. Denn nunmehr habe sich der Verdacht der Vergewaltigung ergeben, sagte der Richter. Dafür sei aber ein Schöffensenat mit einem Berufsrichter und zwei Laienrichtern zuständig. Nun werden sich der 18- und der 28-Jährige wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten müssen. Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt ein bis zehn Jahre Gefängnis. Einzelrichter dürfen nur in Fällen mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Haft entscheiden.

Im gestrigen Strafprozess wurde den beiden Angeklagten sexueller Missbrauch von Jugendlichen vorgeworfen. Demnach wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft, wer Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren für Sex bezahlt. Staatsanwältin Laura Hutter legte dem vorbestraften 18-Jährigen zur Last, er habe einem 14-jährigen Mädchen am 14. Juni 50 Euro für zweifachen Beischlaf in einem Dornbirner Hotelzimmer bezahlt. Dem unbescholtenen 28-Jährigen wurde bislang vorgeworfen, er habe an jenem Abend dafür der Minderjährigen zehn Euro für den Oralverkehr in einem Wettlokal-WC gegeben.

Die von Alexander Wirth verteidigten Angeklagten bestritten die Tatvorwürfe: Sie hätten ihr das Geld gegeben, aber nicht für Sex. Der 18-Jährige sagte, er habe am Dornbirner Bahnhof einen Teil des erbeuteten Bargelds aus seinem Einbruchsdiebstahl als Schweigegeld unter Jugendlichen verteilt, darunter 50 Euro an die 14-Jährige. Erst recht weisen die beiden Beschuldigten den Vorwurf der Vergewaltigung von sich.

Als Prozesszeugin sagte die im Kinderdorf betreute 14-Jährige, der 28-Jährige habe sie gegen ihren Willen im Wettbüro an der Hand zum Oralverkehr ins Herren-WC gezogen. Aus Angst habe sie den Sex über sich ergehen lassen. So sei das später in jener Nacht auch in einem Hotelzimmer gewesen. Dort habe der 18-jährige Bregenzer zu ihr gesagt, wenn sie nicht tue, was er wolle, bringe er sie um.

Angst gehabt

Erst einen Monat später erstattete die Schülerin Anzeige, aber nur zum angeblich gekauften Sex. Sie hatte nach eigenen Angaben davor Angst gehabt, die Vorfälle bei der Polizei zu melden. Sie habe sich damals nicht getraut, über die Vergewaltigung zu berichten.

Seff Dünser

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