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Freispruch im Prozess um angeklagte Vergewaltigung

Asylwerber hatte demnach mit Heimmit­bewohnerin keinen erzwungenen Sex.

Seff Dünser

Im Zweifel freigesprochen wurde der 36-jährige Angeklagte vom Vorwurf, er habe das Verbrechen der Vergewaltigung begangen.

Das gestrige Urteil des Landesgerichts Feldkirch ist bereits rechtskräftig, denn Staatsanwalt Hannes Glantschnig verzichtete auf Rechtsmittel.

Dem fünffach Vorbestraften wurde zur Last gelegt, er habe am 30. Juli in einem Obdachlosenheim in Bregenz eine Mitbewohnerin vergewaltigt. Der Asylwerber habe die Frau festgehalten, niedergedrückt, ihre Beine auseinandergedrückt und gegen ihren Willen mit ihr den Beischlaf vollzogen, hieß es in der Anklageschrift.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sandra Preßlaber hegte allerdings Zweifel an der Darstellung der Frau. Sie habe schon bei ihren ersten Einvernahmen den Vorfall unterschiedlich geschildert. Damit habe sie sich in Widersprüche verwickelt, sagte Preßlaber in der Urteilsbegründung. Deshalb sei der Schöffensenat nicht der für einen Schuldspruch notwendigen Überzeugung, dass tatsächlich eine Vergewaltigung stattgefunden habe.

Verteidigerin Olivia Lerch forderte in der Hauptverhandlung einen Freispruch für ihren Mandanten. Denn der Sachverhalt sei ein eindeutiger, sagte die Anwältin: Es sei zwischen dem Angeklagten und der Frau „von beiden Seiten freiwillig“ zum Geschlechtsverkehr gekommen.

Freispruch im Zweifel

Der Schöffensenat war nicht von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, aber eben auch nicht von seiner Schuld. Deshalb erging der Freispruch im Zweifel. Das Gericht glaube der Frau, dass sie nach dem Sex traurig gewesen sei, sagte die Richterin. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass ihr bewusst geworden sei, dass sei einen Mann habe.

Der Marokkaner wurde aus der Untersuchungshaft zur Hauptverhandlung vorgeführt. In U-Haft sei er aber nicht wegen des Feldkircher Prozesses genommen worden, sondern wegen eines in Wien anhängigen Strafverfahrens, merkte die Richterin an.

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