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Zweieinhalb Jahre Haft für zwei Drogenfabrikanten

Aus 6000 Cannabispflanzen wurden in einer großen Garage angeblich nur 8,2 Kilo Marihuana geerntet und davon dann sechs Kilo verkauft.

Seff Dünser

Der HTL-Absolvent und der selbstständige Installateur wollten „schnelles Geld machen“, so Staatsanwalt Heinz Rusch. Die beiden Unbescholtenen, die nicht drogensüchtig sind, haben dazu in Hohenems in einer Garage eine große Indoorplantage angelegt.

Dafür wurden die beiden Untersuchungshäftlinge ges­tern am Landesgericht Feldkirch jeweils zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug ein bis 15 Jahre Haft.

Schlechte Beweislage

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Karl Mayer folgte der „schlechten Beweislage“ wegen den Angaben des HTL-Maturanten. Der 23-jährige Dornbirner gab an, sie hätten zwischen Jänner 2012 und Juni 2013 von insgesamt 6000 Cannabispflanzen nur 8,2 Kilogramm Marihuana geerntet. Davon habe er 6,2 Kilo um 36.000 Euro verkauft. Zwei Kilo seien ihm geraubt worden.

Den Verkaufspreis müssen die beiden Angeklagten dem Gericht aus dem sogenannten Verfall des kriminellen Umsatzes bezahlen. Der 23-Jährige hat 12.000 Euro zu entrichten, sein von German Bertsch verteidigter 41-jähriger Komplize 24.000 Euro.

Das Gericht verhängte praktisch ein Fußfesselverbot. Die Ersttäter werden ihre Haftstrafen zur Hälfte verbüßen müssen. Den Ausschluss der Fußfessel bis zur Strafhälfte begründete Richter Mayer damit, dass es den Angeklagten nur darum gegangen sei, Geld zu machen.

Der Hohenemser Betreiber einer Installationsfirma stellte für die Drogenplantage seine große Garage und Material zur Verfügung. Für das Know-how beim Drogenanbau und den Verkauf war der junge Dornbirner zuständig. Der größte Teil der Pflanzen sei eingegangen, behauptete der 23-Jährige. Denn die klimatischen Bedingungen in dem alten Gebäude seien ungünstig gewesen. Zudem hätte es Probleme bei der Bewässerung mit der Zeitschaltuhr gegeben. Sein Mandant habe als Drogenbauer keinen grünen Daumen gehabt, sondern eher ein „graublaues Schimmelhändchen“, sagte Verteidiger Mathis.

120 Kilo geerntet

Angeklagt war eine geerntete Menge von 120 Kilogramm Marihuana. Im Urteil blieben davon nur noch acht Kilo übrig.

Der HTL-Absolvent, der Wirtschaftsrecht studieren möchte, sagte, er hoffe, dass niemand wegen seiner Geschäfte drogensüchtig geworden sei.

Vor der Garage montierten die Rauschgiftproduzenten ein Warnschild: Das Betreten sei, hieß es dort, selbst für die Polizei lebensgefährlich.

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