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Aus dem Gerichtssaal

Je 3000 Euro Geldstrafe für die verabredete Schlägerei

Zwei einschlägig Vorbestrafte gaben ihre Wertsachen ab, schlugen eine Viertelstunde aufeinander ein und verletzten sich dabei gegenseitig.

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Hoi?!“, wunderte sich der Strafrichter. Denn der Erstangeklagte hatte gesagt, er habe nur in Notwehr gehandelt und sei deshalb unschuldig. Er habe doch vor der Schlägerei eigens seinen Schmuck abgelegt, merkte Richter Norbert Melter an. Der Vorfall sei auch deshalb „meilenweit von einer Notwehrsituation entfernt“.

Stattdessen gelangte das Landesgericht Feldkirch zur Überzeugung, die beiden Angeklagten hätten sich eine verabredete Schlägerei geliefert, die mindestens eine Viertelstunde lang dauerte. Dabei hätten sie sich gegenseitig verletzt. Wegen schwerer Körperverletzung wurden die zwei ledigen Arbeiter jeweils zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt – 200 Tagessätze à 15 Euro. Das Urteil, das sie annahmen, ist nicht rechtskräftig. Für schwere Körperverletzung sieht das Strafgesetzbuch bis zu drei Jahre Gefängnis vor.

Schuldig gesprochen wurde der 26-jährige Erstangeklagte auch wegen gefährlicher Drohung. Er hatte dem 22-jährigen Zweitangeklagten per SMS geschrieben, „du bist so was von tot, du Hurensohn“. Auch diese Drohung vom 14. April 2013 trug zur vereinbarten Prügelei in der Hofsteig-Heimatgemeinde der beiden Beschuldigten am 4. Mai 2013 bei.

Nasenbeinbruch

Hinter einem Lebensmittelmarkt trafen sich die jungen Männer. Beide übergaben ihre Wertsachen und ihren Schmuck ihren zusehenden Freunden. 15 bis 20 Minuten schlugen sie nach Angaben von Zeugen danach aufeinander ein. Dabei fügte der 26-Jährige dem 22-Jährigen mit einem Kopfstoß einen verschobenen Nasenbeinbruch zu. Der Ältere zog sich, wie Staatsanwältin Michaela Österle ausführte, einen Daumenbruch zu. Er wurde nicht nur mit Fäusten und Füßen angegriffen, sondern auch mit einer Plastikkiste.

Vorstrafen

Der Zweitangeklagte meinte, er sei nur teilweise schuldig, weil er sich anfangs nur gewehrt habe. Er ist ebenso mit zwei einschlägigen Vorstrafen belastet wie der Erstangeklagte. Das Strafregister des türkischen Erstangeklagten weist insgesamt fünf Eintragungen auf. Das Gericht sah bei ihm vom Widerruf einer Gefängnisstrafe von vier Monaten aus einer bedingten Haftentlassung ab, den die Staatsanwaltschaft beantragt hatte.

Die beiden Beschuldigten verdienen im Monat netto 1400 Euro und haben keine Sorgepflichten. Das Gericht hielt für sie einen Tagessatz von 15 Euro und identische Geldstrafen von 3000 Euro für schuld- und tat­angemessen.

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