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Tierarztpraxis

Eingespieltes Duo sorgt für tierische Gesundheit

Dr. Andrea Lackner ist Tierärztin mit Leib und Seele. Mit Michaela Setzer ordiniert sie in Nüziders und weiß einige Anek­doten über ihre Patienten zu erzählen.

Rubina Bergauer

Angeblich wusste ich schon als Kind, was ich einmal werden will, aber so genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern“, sagt Andrea Lackner (37) und zuckt mit den Schultern. Die Eltern der 37-Jährigen waren beide Ärzte, Humanmediziner. Sie rieten ihrer Tochter von einer Karriere in diesem Bereich ab.

Ein nächtliches Erlebnis beeinflusste schließlich entscheidend ihre berufliche Laufbahn: Gemeinsam mit einem Freund fuhr die heutige Tierärztin nachts mit dem Auto eine Landstraße entlang. Da entdeckte sie ein angefahrenes Reh. Ihr Begleiter drängte sie weiter zu fahren, mit der Begründung, dass sie ohnehin nichts tun könnten. Doch ­Andrea Lackner kehrte um, wollte dem Tier helfen. Das Reh war da bereits verendet. Aber die tierliebe Frau wollte von da an wissen, was sie hätte tun können, um dem angefahrenen Reh irgendwie zu helfen. Deshalb entschied sich die gebürtige Deutsche etwas später für das Studium der Veterinärmedizin. Nach der Doktorarbeit in Zürich und zwei Jahren Berufserfahrung im Saarland kam Andrea Lackner vor zehn Jahren der Liebe wegen nach Vorarlberg. „Ich wollte eigentlich schon immer in die Berge. Das ließ sich dann gerade gut verbinden“, erzählt die nunmehr in Nüziders Wohnhafte und schmunzelt. Während ihrer Anstellung in einer heimischen Tierarztpraxis lernte sie ihre Kollegin Michaela Setzer (43) kennen. „Wir verstanden uns auf Anhieb“, erinnert sich Lackner und wirft einen Seitenblick auf die neben ihr sitzende schlanke Frau, die die Aussage mit einem Grinsen und einem Nicken bestätigt. Mittlerweile ist Andrea Lackner selbstständig. Gemeinsam mit Michaela Setzer ordiniert sie seit April 2013 in ihrer eigenen Kleintierpraxis in Nüziders.

Blitzschlag auf der Alpe

Ein recht kurioser Fall war jener, als ein Pferd auf der Alpe von einem Blitz getroffen wurde. Das Tier überlebte zwar, konnte seitdem aber nicht mehr gerade stehen und knickte ständig ein. Meist das Todesurteil für ein Ross. Zuletzt wandten sich die Besitzer an Michaela Setzer. Die Kombination von tierärztlicher Betreuung und alternativer Heilmethode zeigte Wirkung. Heute kann das Tier sogar wieder für Schlittenfahrten eingesetzt werden.

Alternative Methoden

Michaela Setzer kommt ursprünglich aus Wien, wo ihre Familie ein Modegeschäft führte und lebt heute in Thüringen. In Liechtenstein arbeitete sie als Heilmasseurin, in Salzburg absolvierte sie zusätzlich die Ausbildung zur Ernährungs- und Gesundheitstrainerin. In den tierärztlichen Bereich kam die Wienerin als Karenzvertretung. Und ist seitdem geblieben. Um ihre vielseitige Ausbildung abzurunden, ließ sich die sportliche Frau, die in ihrer Freizeit auch Triathlon frönt, zusätzlich noch der Omnipathie∏ schulen. „Omnipathie∏ bedeutet so viel wie Gesundheit für alle. Bei dieser Behandlungsmethode werden Blockaden im Körper gesucht und mit schmerzfreier Arbeit gelöst“, erläutert die Wahl-Thüringerin. Anwendbar sei diese Art zu heilen sowohl für den Menschen als auch für Tiere. Schulmedizin und alternative Heilungsmethoden würden sich gut ergänzen. Auf diese Weise bekam auch das eingangs erwähnte, vom Blitz getroffene Pferd noch eine Chance. „Wir sind offen für alles, wollen aber niemandem etwas aufzwingen. Zuerst sollte das Beschwerdebild tierärztlich abgeklärt werden.“ Die beiden Frauen sind seit Jahren ein eingespieltes Team. „Wenn man gut zusammenarbeitet, dann merken das auch die tierischen Patienten. Denn diese reagieren sehr sensibel auf Stress und sind dann auch dementsprechend kratzbürstig“, berichtet die Veterinärmedizinerin. Doch schlechte Laune kommt bei den Beiden selten auf. „Wir haben Freude an unserer Arbeit und ergänzen uns gut“, bringt es Setzer auf den Punkt.

Reptilien als Steckenpferd

Regelmäßig nimmt Andrea Lackner an Fortbildungen teil. „Gerade im Bereich der Schmerztherapie tut sich in der Veterinärmedizin viel. Da ist es wichtig auf dem neusten Stand zu bleiben“, berichtet die sympathische 37-Jährige. Das ist nicht immer ganz einfach, wenn Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen sind. Daher ist die Praxis an zwei Vormittagen in der Woche fix geöffnet. Weitere Sprechstunden werden nach Bedarf vereinbart. „Ich habe wirklich Glück, dass die Michi sehr flexibel ist und ich die Öffnungszeiten dementsprechend gestalten kann. Denn mittlerweile ist immer viel los“, erklärt Lackner.

Ihr Steckenpferd sieht die zweifache Mutter in der Behandlung von Reptilien. Das sei auf der einen Seite zwar etwas knifflig. „weil die Tiere so ganz anders ticken als Hund und Katz“. Aber auf der anderen Seite auch eine Herausforderung. „Reptilien in unseren Breitengraden artgerecht zu halten, ist nicht gerade einfach. Deshalb sind Information und Kontrollen unablässig.“

Keine Routine

Eine weniger schöne Seite des Berufs sei es, ein Tier von seinen Qualen erlösen zu müssen. „Das Einschläfern wird für mich sicher nie zur Routine werden. Gerade wenn wir den Patienten schon länger kennen oder wenn es sich um heiß geliebte Haustiere älterer Menschen handelt, leidet man jedes Mal mit“, berichtet Lackner und für einen Moment verschwindet das Lächeln von ihrem Gesicht. „Wenn’s nicht anders geht, weinen wir hier eben alle gemeinsam“, fügt Michaela Setzer hinzu und beide Frauen lächeln.

Und ihnen fällt auch gleich wieder eine lustige Anekdote ein: „Weißt du noch, als wir diesem Hund einen Fremdkörper aus dem Darm operieren mussten?“, fragt Andrea Lackner ihre Kollegin. Diese nickt und lacht. Für einen Tag sollte das Tier auf Diät gesetzt werden, um die frische Naht nicht zu strapazieren. Doch der Canide hielt sich nicht daran und stibitzte seinem Besitzer einen Döner aus der Einkaufstasche. Diesen verschlang der Frisch­operierte hastig. Doch diese Geschichte ging noch einmal gut aus, wie Lackner erzählt: „Das war echt eine Zitterpartie. Doch zum Glück haben die Nähte gehalten und uns ist eine Not-OP erspart geblieben.“

Tierarztpraxis LAckner-Oberle

Tierärztin: Dr. Andrea Lackner

Mitarbeiterin/Omnipathie∏:
Michaela Setzer

Praxis in Nüziders seit April 2013

Wo: Katlis-Werkstraße 5

Internet: www.tierarzt-lackner.at

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