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Aus dem Gerichtssaal

Vorbestrafter wollte mit gestohlenem Geld angeblich seine Mutter unterstützen.

Seff Dünser

Aus achtenswerten Beweggründen“ habe sein geständiger Mandant das Verbrechen begangen, sagte Verteidiger Guntram Bickel. Mit der Beute aus dem Einbruchsdiebstahl in eine Montafoner Schule habe er in Ungarn Operationen und Medikamente für seine kranke Mutter mitfinanzieren wollen, behauptete der Angeklagte.

Das angegebene Tatmotiv wertete das Landesgericht Feldkirch mildernd. Dort wurde der Untersuchungshäftling gestern zu einer unbedingten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Schuldspruch erfolgte wegen Einbruchsdiebstahls, Diebstahls, schwerer Sachbeschädigung und Urkundenunterdrückung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Sieben Vorstrafen

Der Strafrahmen für Diebstahl durch Einbruch beträgt sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die Strafe bewege sich „im unteren Bereich“ angesichts der sieben einschlägigen Vorstrafen des 37-jährigen Ungarn, sagte Richterin Sandra Preßlaber in der Urteilsbegründung.

Sie verzichtete darauf, eine Strafschärfung für den Rückfalltäter vorzunehmen. Wer, wie der Angeklagte, innerhalb der letzten fünf Jahre zwei einschlägige Haftstrafen erhalten hat, für den erhöht sich die mögliche Höchststrafe um die Hälfte – im vorliegenden Fall also auf siebeneinhalb Jahre.

Am 4. November 2013 war der Ungar in der Schweiz vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Knapp einen Monat später wurde der Kriminaltourist während der Bewährungszeit wieder rückfällig. Denn am 1. Dezember brach er in die Montafoner Schule ein und richtete dabei einen Sachschaden von 5000 Euro an. Nach seiner Flucht mit der Montafonerbahn wurde der Einbrecher wenige Stunden nach der Tat in Bludenz gefasst. Die Beute – Bargeld und Sparbücher – konnte sichergestellt werden.

In der Schule hatte der 37-Jährige einen Feuerlöscher und Kontaktspray versprüht. Das wurde als schwere Sachbeschädigung gewertet. Damit wollte der Täter seine Spuren verwischen.

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