Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Tochter verklagt Mutter: Familiendrama ums Geld

Tochter fühlt sich von Mutter und Bruder um vermeintliches ­Millionen-Erbe des Vaters betrogen.

Seff Dünser

Für Richterin Marlene Ender ist der Rechtsstreit zwischen der klagenden Tochter, der beklagten Mutter und dem beklagten Bruder „ein Familiendrama“. Vergeblich hat sie im anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch um das vermeintliche Millionen-Erbe des verstorbenen Familienvaters davor gewarnt, auch noch strafrechtliche Vorwürfe zu erheben. Denn „dann ist es ganz aus“.

Schwarzgeld

Klagsvertreter Helgar Schneider verdächtigt in einem schriftlichen Vorbringen die Mutter und den Bruder seiner Mandantin des schweren Betrugs und der Geldwäscherei. Denn sie hätten Schwarzgeld-Millionen von einem Schweizer Bankkonto des Dornbirner Geschäftsmannes unter sich aufgeteilt und der Klägerin ihren Anteil daran vorenthalten. Die Richterin sieht sich deshalb gezwungen, den Zivilakt der Staatsanwaltschaft zur Prüfung zu übergeben. Vor Jahrzehnten hatte die Tochter einen Erbverzicht abgegeben, weil sie von ihrem Vater reich beschenkt wurde.

Nach seinem Tod im Jahr 2012 schenkte die Mutter als Alleinerbin ihren beiden Töchtern jeweils 311.000 Euro. Das wurde bei der Verlassenschaftsabhandlung vom Notar so festgehalten.

Millionen in der Schweiz

Damals habe sie vom Millionen-Konto in der Schweiz aber noch nichts gewusst, sagt die klagende Tochter. Seine Mandantin sei „gelegt worden“, meint ihr Anwalt. Denn auf dem Bankkonto in St. Gallen hätten sich „weit mehr als 1,5 Millionen Franken“ befunden. Vor Gericht will die Klägerin nun erreichen, dass Mutter und Bruder offenlegen müssen, was sie vom Vermögen des Vaters tatsächlich erhalten haben. Zudem will die Klägerin ihren gerechten Anteil daran.

Den Anwalt der Mutter und des Bruders bringt die Klage in Rage. „Geldgierig“ sei die Klägerin, sagte Beklagtenvertreter Martin Mennel im Verhandlungssaal laut. Was Klagsvertreter Schneider dazu brachte, seinerseits der Mutter und dem Bruder seiner Mandantin vorzuwerfen, sie seien geldgierig.

„So etwas Verrücktes habe ich bei Gericht noch nie erlebt“, empörte sich Mennel. Denn die Klägerin habe „Millionen-Vermögenswerte“ von ihrem Vater erhalten. Dennoch wolle die Tochter noch mehr Geld haben. Das, obwohl sie darauf gar keinen Anspruch habe. Schließlich sei ja die Mutter von ihrem Gatten als Alleinerbin bedacht worden.

Die klagende Tochter hält all dem entgegen, sie wolle nur, wozu sie von ihren Eltern erzogen worden sei: Gerechtigkeit.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.