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„20.000 Euro sind dafür doch viel zu wenig“

Handchirurg wurde dauerhaft an Hand verletzt, als er als Ersthelfer bei einem Skiunfall angefahren wurde.

Seff Dünser

Zwanzigtausend Euro Schmerzengeld sind dafür doch viel zu wenig“, empört sich Klagsvertreter Martin Fiel. In Österreich sprechen Gerichte nach Ansicht des Feldkircher Rechtsanwalts grundsätzlich zu geringe Entschädigungssummen für erlittene Schmerzen zu. Sein Mandant hat auch fünf Jahre nach dem Unfall auf der Skipiste noch Schmerzen.

Eingeschränkt arbeitsfähig

Und es bestehe keine Aussicht auf Besserung, sagte der verletzte Kläger im Zivilprozess gegen die Haftpflichtversicherung des beklagten Skifahrers am Landesgericht Feldkirch. Der an der Hand an den Nerven verletzte Kläger ist ein Fachmann. Er ist Handchirurg an einem Landeskrankenhaus und kann dort mit seinem verletzten Finger nur noch eingeschränkt arbeiten.

Anfangs habe er sogar daran gedacht, sich den Finger abschneiden zu lassen, sagt der Unfallchirurg. „Kein Mensch würde mich operieren“, meint der Arzt, weil das Risiko des Verlusts des Endglieds zu hoch wäre. Deshalb lebt er mit den Schmerzen, seit 5. Jänner 2009.

Ersthelfer niedergefahren

An jenem Tag kümmerte er sich beim privaten Skifahren im Montafoner Skigebiet Silvretta Nova auf der Piste um einen verletzten Skifahrer. Die Unfallstelle wurde mit gekreuzten Skiern gekennzeichnet. Ein jugendlicher Freestyle-Skifahrer prallte gegen den Ersthelfer, der sich dabei die Verletzung zuzog.

Fünf Jahre später geht nun die juristische Aufarbeitung des Skiunfalls zu Ende. Im von Zivilrichter Norbert Stütler geführten Schadenersatzprozess einigten sich die Streitparteien in dieser Woche auf einen bedingten Vergleich zu den möglichen zukünftigen Schäden. Insgesamt soll das klagende Unfallopfer damit 68.000 Euro an Schadenersatz von der Versicherung des Unfallverursachers erhalten. Zudem hat die von Clemens Achammer anwaltlich vertretene Versicherung 27.000 Euro an Prozesskos­ten zu bezahlen.

Bis 7. Februar könnte der bedingte Vergleich zu den allfälligen künftigen Schäden noch widerrufen werden. Sollte dem nicht so sein, ginge der 2011 begonnene Prozess zu Ende. Mit dem Vergleich war auch der Arzt einverstanden. Er ließ sich auch seinen Verdienstentgang dafür abgelten, dass er nicht mehr als Flugrettungsarzt tätig sein kann. Die Entlohnung von jährlich 8500 Euro war für ihn „die Butter aufs Brot“.

Des Prozessierens war der Oberarzt müde: „Ich mag einfach nicht mehr. Denn mit jedem Schriftsatz des Anwalts werde ich wieder an den Unfall erinnert.“

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