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Bei Prinz stehen Zeichen auf Expansion

Auf dem ehemaligem Areal eines Holzverarbeiters soll ein neues Logistik- und Verarbeitungszentrum der Hörbranzer Fein-Brennerei Prinz entstehen.

Auf Expansion stehen die Zeichen bei der Fein-Brennerei Thomas Prinz GmbH mit Stammsitz in Hörbranz. Der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Prinz (59) bestätigte auf Anfrage, dass vor Kurzem eine 10.000 Quadratmeter große Betriebsliegenschaft in der Hörbranzer Salvatorstraße gekauft worden sei. Das Areal gehörte zuvor dem Holzverarbeitungsunternehmen von Fritz Haltmeier. Haltmeier ist mit Ende 2013 in Pension gegangen und hat seinen Betrieb im Zuge dessen an eine Unterländer Tischlerei übergeben.

Auf diesem Grundstück sei in den kommenden drei bis fünf Jahren die Errichtung eines neuen Logistik- und Verarbeitungszentrums der Fein-Brennerei geplant, wie Prinz informierte. Dort sollen unter anderem der Wareneingang sowie der Warenausgang und die Verarbeitung des angelieferten Obstes zu Maische angesiedelt werden. Schon seit bald zwei Jahren habe Prinz auf diesem Grundstück Obstmaische-Tanks mit einem Fassungsvermögen von etwa 2,5 Millionen Litern aufgestellt. „Eine Erweiterung an unserem Stammsitz im Dorf ist nicht mehr möglich, es fehlt dort der notwendige Platz“, erklärte Prinz. Gerade die An- und Auslieferung habe immer wieder zu Verkehrsproblemen geführt.

Mit dem zusätzlichen Betriebsstandort in Autobahnnähe könne der Schwerverkehr weitgehend aus dem Dorfzentrum draußen gehalten werden. Der erste Schritt dazu sei mit dem Aufstellen der zusätzlichen Tanks bereits gesetzt worden. Am Stammsitz im Dorf sollen auch weiterhin die Brennerei/Destillation samt Schaubrennerei und Abfüllung sowie die Herstellung der Fertigerzeugnisse angesiedelt bleiben. Gleiches gelte für die Verwaltung. „Das wäre ein zu großer Kos­tenfaktor, wenn wir das auch noch alles an einen anderen Standort übersiedeln müssten“, berichtete Prinz.

„Bäuerlicher Obsthof“

Über die genaue Ausgestaltung des geplanten Logistik- und Verarbeitungszentrums wollte der geschäftsführende Gesellschafter noch keine detaillierten Angaben machen. „Da laufen derzeit noch die Planungen sowie die Gespräche mit den Gemeindeverantwortlichen rund um die Entwicklung dieses Betriebsareals“, erklärte Prinz. Nur so viel: Der zusätzliche Standort soll nicht wie ein klassisches Industriegebäude, sondern mehr wie ein „bäuerlicher Obsthof“ gestaltet werden. Wachstum aus Prinzip und Selbstzweck stehe allerdings nicht hinter diesen Plänen, betonte Prinz, auch wenn der zusätzliche Standort ein klares Zeichen für Expansion sei. „An erster Stelle stehen bei uns Innovationskraft und Kundenzufriedenheit. Wenn das passt, stellt sich automatisch Wachstum ein.“

Die Fein-Brennerei Prinz verarbeitet nach Angaben von Prinz pro Jahr rund 4000 Tonnen Obst vor allem zu Edelbränden. Das verwendete Obst stamme zu etwa 70 Prozent aus einem Umkreis von 150 Kilometern. Eine wichtige Bezugsregion sei dabei der deutsche Bodenseeraum. Allein aus dem Leiblachtal beziehe Prinz je nach Ernte bis zu 600 Tonnen Streuobst. Lediglich Obstsorten, die nicht in der Region erhältlich sind, werden von weiter her bezogen. Prinz verarbeitet insbesondere Äpfel, Birnen, Zwetschken, Kirschen, Marillen, Quitten und andere Frucht- und Obstarten mit einem speziellen Sortencharakter.

Pro Jahr entstehen auf diesem Weg bis zu 500.000 Liter Edelbrände, die zuvor in Edelstahltanks, Steingutbehältern, Glasballons und Holzfässern reifen. Dazu kommen noch Produkte wie Apfelwein, Most oder Jägertee. Das Unternehmen kommt auf einen Exportanteil von etwa 50 Prozent, wobei der wichtigste ausländische Absatzmarkt Deutschland sei. Zu den Kunden gehören der Lebensmittelhandel (Einzel- und Großhandel) gleich wie die Gastronomie und Endverbraucher, die unter anderem über Online-Shops einkaufen können. Die verkauften Produkte stammen zu etwa 98 Prozent aus eigener Produktion, seien also keine zugekaufte Handelsware.

Generationenwechsel

Die Wurzeln der Fein-Brennerei Prinz reichen in das Jahr 1886 zurück. Derzeit beschäftigt das Unternehmen laut Prinz annähernd 100 Mitarbeiter in Hörbranz. Er habe das Familienunternehmen 1990 übernommen und bereits jetzt sei mit seinen beiden Söhnen (32, 24) schon die nächste Generation im Unternehmen tätig. Der Generationswechsel soll schrittweise in den kommenden drei bis fünf Jahren vollzogen werden.

„Eine
Erweiterung an unserem Stammsitz im Dorf ist nicht mehr möglich, es fehlt dort der notwendige Platz.“

Thomas Prinz, geschäftsführender Gesellschafter.

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