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Prozess um Drogenanbau: „Protest gegen System“

Verurteilter Drogentäter kritisierte wohl die Strafbarkeit von Marihuana-Konsum.

Seff Dünser

Ich akzeptierte das Urteil unter Protest, weil ich gegen das System bin.“ So kommentierte der Angeklagte in einem Drogenprozess am Landesgericht Feldkirch seine Verurteilung wegen des Anbaus und Konsums von Marihuana. Offenbar wollte der Vorarlberger damit seine Kritik an der Strafbarkeit des Konsums von Marihuana zum Ausdruck bringen.

Der 27-Jährige sagte, er habe wegen seiner finanziellen Notlage Cannabis selbst angebaut und davon 500 bis 700 Gramm für den Eigenkonsum geerntet. Der Unbescholtene wurde dafür wegen Suchtgifthandels und unerlaubten Umgangs mit Suchtgift schuldig gesprochen. Der 1500 Euro verdienende, ledige Schichtarbeiter wurde zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2520 Euro verurteilt – 180 Tagessätze zu je 14 Euro. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 1260 Euro. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig.

Mildernd wertete Richter Karl Mayer auch „den belas­tenden familiären Hintergrund“ des Angeklagten. Der 27-Jährige sagte, er habe in der Familie „schon viel mitgemacht“.

Auffälliges Verhalten

Der junge Mann verhielt sich in der Hauptverhandlung auffällig – nicht nur mit seinem Protest gegen das System. So behauptete er, er sei im Dezember 2013 festgenommen worden. Darauf fand der Richter aber im Straf­akt keinen Hinweis.

Zudem stellte der Verurteilte die Frage, ob er die Geldstrafe auch mit einer Fußfessel verbüßen könne. Erst wenn die Geldstrafe nicht einzutreiben sei, komme die Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen zum Tragen, teilte ihm der Richter mit.

Zunächst gab der Angeklagte in der Verhandlung an, er wolle sich jeglicher Aussage enthalten. Dann machte er aber doch Angaben zur Sache. Zuvor war der Beschuldigte ja schon vor der Polizei umfassend geständig gewesen.

Der Richter ließ den ungewöhnlichen Angeklagten gewähren. So durfte der 27-Jährige sogar eine Dose des Energy Drinks Red Bull auf den Anklagetisch stellen.

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