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NEUE-serie – Teil 53

Auf dem Schreckweg in Richtung Kapf

Die Geschichtenerzählerin Hertha Glück kennt interessante Wege und Stege im Ländle. Auch Geschichten kann sie dazu erzählen. Heute empfiehlt sie eine Wanderung im Oberen Rheintal, in Götzis.

Vom Bahnhof Götzis weg fährt der Bus zum Oberen Parkplatz am Götznerberg und schon sind viele Höhenmeter gewonnen. Natürlich ist der Ausgangspunkt auch mit dem Auto erreichbar. Der Wanderer wendet sich in Richtung Wald und folgt der Beschilderung Kapf/Schreckweg mit der weiß-rot-weißen Kennzeichnung. Unzählige Hirschzungen, die absolut geschützt sind, säumen den flach verlaufenden Forstweg.

Bei Dreiangel beginnt ein alter, viel begangener Weg. Lesesteine begrenzen den Hang und geben Flechten und Moos Raum. Schritt für Schritt wird an Höhe gewonnen. Manchmal vernimmt man Autolärm von der Straße oberhalb, ansons­ten ist es ruhig. Der Sturm zur Weihnachtszeit hat auch hier ordentlich gewütet, sichtbar bei der Wegkreuzung ­Meschatle. Sogar die Wegbeschilderung wird von Baumstämmen gestützt. Der Weg endet in der Autostraße und auf der gegen­überliegenden Seite geht der Meschacher Kirchweg weiter.

Felsmassive beeindrucken

Doch darf hier zurückge­blickt werden: hochaufragende Felsmassive, geschmückt mit widerstandsfähigem Baumbewuchs. Linksseitig der Straße marschiert der Wanderer bergan und schon bald zeigt sich die Wolfgangskirche im Ortsteil Meschach und im Blick dahinter wird die Hohe Kugel (1645 Meter) sichtbar. Die weiß getünchte Kirche ragt majes­tätisch zwischen dem Grün hervor. Hertha Glück erzählt: „Es ist wohl noch nie vorgekommen, dass die Menschen die Mettfeier am Heiligen Abend in Meschach nicht besuchen konnten. Aber heuer haben die Naturgewalten so getobt, dass umfallende Bäume die Straße verlegt hatten und die Kirchbesucher fern bleiben mussten.“

Gleich hinter dem ersten Haus, vorbei am öffentlichen WC führt ein ordentlicher Anstieg durch den Buchenwald zum Schreckkopf. Schon nach gut zehn Minuten wird die Anstrengung mit einer Ruhebank und fantastischer Aussicht belohnt. Der Blick ins Rheintal und noch näher dem Götznerberg gibt schon eine leichte Vorahnung, was dann der Aussichtspunkt weiter oben zu bieten hat. Links und rechts des Weges wuchern Stechplamen. Sehr selten, dass diese Sträucher so häufig an einem Platz vorkommen.

Über Stock und Stein

Weiter geht es auf der Felsenkuppe über Stock und Stein. Gegenüber laden mächtige Felsmassive zur nächsten Wanderung ein. Vorne spitzelt wieder die Hohe Kugel, weiß angezuckert, durch den Buchenwald. Der Weg schlängelt sich unter und über Baumstämmen, entlang moosbewachsenen Baumstümpfen leicht aufwärts und zu guter Letzt öffnet sich eine weite offene Wiese. Ganz oben, beim Abflugplatz der Deltaflieger, da überwältigt der Rundblick: Der Bodensee, Walzenhausen, Heiden, Appenzell, Schweizer Berge, Hoher Kasten, Säntis, Drei Schwestern. So eine leichte Tour mit diesem unglaublichen Ausblick ist bemerkenswert.

Mehrere Varianten

Der höchste Punkt ist erreicht, außer man will nach dem flachen Forstweg noch links abzweigen und den Kapf in 20 Minuten besteigen. Oder man wendet sich gleich zum Spallalucka-Parkplatz und steigt rechts ab nach Meschach/Götzis. Der Wegweiser Götzis Reama gibt 1020 Höhenmeter an, also wieder knapp 500 Höhenmeter absteigen. Natürlich kann man den knieschonenden Weg über die legendäre Gebirgsstraße zum Spalla und der Bushaltestelle nehmen. Mit gelb-weißer Kennzeichnung geht es steil auf dem Wiesenweg abwärts, übrigens das steilste Stück überhaupt beim Rückweg.

Hinter dem Stall muss der weitere Weg ein wenig gesucht werden, aber dann schlängelt er sich über Stock und Stein den Wald hinunter und endet in einem Forstweg, der wiederum bei den Häusern kurz in die Straße übergeht. In der Kurve, beim Hydranten wartet ein schmaler Steg und geleitet den Wanderer über die Wiese, durch ein kurzes Waldstück zur Straße und dann wieder nach Meschach.

Von dieser Seite präsentiert sich diese schmucke Parzelle noch schöner, ein stilles Kleinod. Rechts von der Kirche stößt man wieder auf den Kirchweg, dann über die Straße zum Meschatle und der Rückweg ist wohl bekannt.

Kurz-Beschreibung

Besonderes: Eine leichte Tour, die in jeder Jahreszeit möglich ist. Im Winter dann, wenn es nicht zu viel Schnee hat.
Anforderung und Gehzeit: In drei Stunden werden 490 Höhenmeter im Aufstieg und wieder 490 im Abstieg gemeistert.

Charakter der Wege: Straße, Wiesen- und Forstwege, gut gesicherter Felsensteig, über Stock und Stein.
Natur und Kultur: Marktgemeinde Götzis, Wolfgangskirche Meschach, überwältigende Aussichten.
Anziehen und mitnehmen: Knöchelhohe Wanderschuhe (Profilsohle), wetterfeste Kleidung, Wanderstöcke empfohlen.
Einkehrmöglichkeiten: Götzis, Götznerberg, Spalla, Meschach.
Start und Ende: Oberer Parkplatz am Götznerberg.

Stechpalme (Iley aquifolium): Der wintergrüne Laubstrauch hat meist eine Höhe von ein bis fünf Metern. Selten und nur im wintermilden Klima wächst die Stechpalme baumförmig, wird dann maximal zehn bis 15 Meter hoch und kann 300 Jahre alt werden. Der besondere Schmuck durch die roten Früchte ist nur bei den weiblichen Pflanzen gegeben. Die Stechpalme ist giftig und geschützt.

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