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Aus dem Gerichtssaal

Zwei ehemalige Metzgerei-Angestellte fordern in anhängigem Arbeitsprozess vom Ex-Chef je 5000 Euro Schadenersatz für sexuelle Belästigung.

seff dünser

Dem beklagten Metzger werfen zwei frühere Mitarbeiterinnen vor, er habe sie verbal sexuell belästigt. Zudem habe er am Arbeitsplatz verbale und körperliche sexuelle Belästigung durch einen dort beschäftigten Tellerwäscher nicht verhindert.

In dem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch fordern die durch die Arbeiterkammer rechtlich vertretenen Klägerinnen jeweils 5000 Euro Schadenersatz nach dem Gleichbehandlungsgesetz wegen sexueller Belästigung.

Der von Olivia Lerch anwaltlich vertretene Metzgerei-Betreiber bestreitet die Vorwürfe: Die Klägerinnen seien sexuell nicht belästigt worden. Seine ehemaligen Mitarbeiterinnen verlangen von ihm in dem Prozess auch angeblich noch ausstehende Zahlungen. In einem Fall geht es dabei um 1900 Euro. Die beiden jungen Frauen hatten wegen der von ihnen behaupteten sexuellen Belästigung die Kündigung eingereicht.

Auch der ehemalige Tellerwäscher der Metzgerei weist die Vorwürfe als unwahr zurück. Als Zeuge im Arbeitsprozess gegen seinen Ex-Chef sagte der 45-Jährige, es sei einmal lediglich zu einer unabsichtlichen Berührung mit einer der Frauen gekommen. Er sei mit der Kollegin, die ihm entgegengekommen sei, in der Küche zusammengestoßen.

Nichts unternommen

Die verheiratete Klägerin hingegen behauptet, der Tellerwäscher habe ihr an den Busen und den Hintern gegriffen. Die ledige Klägerin gibt an, auch sie sei von ihm am Hintern begrapscht worden. Zudem habe er versucht, sie am Busen zu berühren. Sie hätten ihn zurechtgewiesen und die Vorfälle dem Chef gemeldet, der dagegen aber nichts unternommen habe, sagen die beiden Frauen.

Verbal sei nicht nur der Tellerwäscher übergriffig gewesen, so die Klägerinnen, sondern auch der beklagte Chef. Die beiden Männer hätten sie auch gemeinsam belästigt, sagte die ledige Klägerin. So hätten sie einmal in ihrem Beisein darüber gerätselt, ob sie noch Jungfrau sei.

Die verheiratete Klägerin behauptet, sie habe sich wegen der sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz von einem Arzt ein Antidepressivum verschreiben lassen müssen.

Ihre Kollegin gab vor Richterin Katharina Thurnher zu Protokoll, sie habe der das in Abrede stellenden Geschäftsführerin vom zweiten Übergriff auf ihren Hintern berichtet. Die Geschäftsführerin habe dazu gesagt, sie solle froh sein, dass sie überhaupt jemand angreife.

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