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Konflikt um Optimierung der Sprachförderung

ÖVP-Klubobmann fordert die Einrichtung einer „Task Force“. Chefs von SPÖ und Grünen sehen darin einen Wahlkampf-Gag.

Eine Expertenarbeitsgruppe in Sachen Sprachförderung möchte ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück gerne einsetzen. Deren Mitglieder sollen seiner Meinung nach die bestehenden Maßnahmen in diesem Bereich auf Stärken und Schwächen hin analysieren. Zudem sollen die Experten regelmäßig im Integrationsausschuss des Landtages über die Fortschritte berichten. Ziel müsse es sein, die Erfolgsquote in der Sprachförderung bis zur Volksschule von derzeit 50 auf 80 Prozent zu erhöhen. Auf Ablehnung stößt der Vorschlag jedoch bei SPÖ-Chef Michael Ritsch und Grünen-Landessprecher Johannes Rauch. Aus ihrer Sicht ist Frühstücks Forderung lediglich ein Zeichen des bevorstehenden Landtags-Wahlkampfes. Für FPÖ-Landesparteiobmann Dieter Egger ist es sinnvoll, die getroffenen Maßnahmen auszuwerten. Allerdings sei es wichtiger, die Eltern betroffener Kinder in Sachen Sprachförderung in die Pflicht zu nehmen.

Anlass für die Forderung des ÖVP-Klubobmanns war die seiner Meinung nach hohe Zahl als „außerordentlich“ eingestufter Schüler in Vorarlbergs Volksschulen. 1348 Mädchen und Buben werden derzeit unter diesem Status geführt. Das heißt, dass sie aufgrund ihrer mangelnden Sprachkenntnisse in gewissen Fächern nicht benotet werden. Zudem erhalten sie besondere Unterstützung. Großteils Kinder mit nicht deutscher Muttersprache seien davon betroffen, teilte Frühstück mit. Er verstehe, dass viele Schulleiter diese besondere Maßnahme ergreifen würden. „Im Sinne des Konzepts des frühen Spracherwerbs ist es jedoch der falsche Weg“, meinte er. Von der „Task Force Sprachförderung“ erhofft sich der ÖVP-Klubobmann neue Impulse. Zudem sollen in Zukunft Migranteneltern noch früher eingebunden werden, „damit bei der Sprachförderung mehr erreicht werden kann“.

Die Vertreter von SPÖ und Grünen sehen in diesem Bereich jedoch vor allem die Landesregierung in der Pflicht. „Es ist schon seit Längerem – unter anderem durch die TIES-Studie von ‚okay.zusammen leben‘ – bekannt, welche Maßnahmen für eine bessere Sprachförderung notwendig wären. Nur weigern sich die Vertreter der ÖVP, das Geld in die Hand zu nehmen, um diese Probleme zu beseitigen“, erklärte Rauch. Wie in vielen anderen Bereichen, stehe auch hier die Volkspartei wieder einmal auf der Bremse, beklagte Michael Ritsch. Die Einrichtung einer Expertenarbeitsgruppe halten die beiden nicht für sinnvoll.

Mithilfe der Eltern

FPÖ-Chef Egger forderte mehr Mut von den Regierungsvertretern. „Es wird Zeit, staatliche Leistungen endlich an die Integrationswilligkeit der Familien zu koppeln. Nur wenn die Eltern mithelfen, kann Sprachförderung für die Kinder auch erfolgreich sein“, meinte er.

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