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Große Ehre für ein kleines Museum

Klostertaler Museumsverein setzte sich gegen österreichweite Konkurrenz durch und gewann Award. 60 Bewerber hinter sich gelassen.

Rubina Bergauer

Zum ersten Mal wurde am Donnerstag der Interna­tional Council of Museums (ICOM) Award vergeben. Unter gut 60 Einreichungen, darunter auch Bewerbungen namhafter Museen wie des Naturhistorischen Museums in Wien, überzeugte schließlich das Projekt „Das Lechquellengebirge und seine Erschließung“ des Klostertaler Museumsvereins. „Dass der mit 3000 Euro dotierte Preis an ein kleines Museum geht und somit unsere Arbeit gewürdigt wird, ist natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt Christof Thöny (32), Projektverantwortlicher und Obmann des Klostertal Museums. ICOM steht für die weltweite Vernetzung von Museen und deren Standard-Einhaltung. Schwerpunkte liegen auf den Sektoren Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln.

Um überhaupt in die engere Wahl für die ICOM-Auszeichnung zu kommen, mussten gleich mehrerlei Kriterien erfüllt werden: Die eingereichten Projekte sollten keine reinen Forschungsprojekte für die Wissenschaft sein, sondern die jeweiligen Ergebnisse der Öffentlichkeit anschaulich vermitteln können. Ein Hauptaugenmerk lag zudem auf dem Austausch zwischen museums­internen und externen Experten sowie einer Publikation der fertigen Arbeit. In all diesen Punkten stach das Projekt über das Lechquellengebirge hervor.

Den Horizont erweitern

„Begonnen hatte alles mit dem 100-jährigen Jubiläum der Freiburger und der Augsburger Hütte in den Lechtaler Alpen. Das wollten wir natürlich entsprechend aufarbeiten“, erklärt Thöny. Denn vor gut 100 Jahren wurde eine Vereinbarung über den Grund getroffen und die darauf errichteten Schutzhütten gehören seitdem dem Deutschen Alpenverein. Die beliebten Wanderziele haben auch viel zur touristischen Erschließung des Gebiets beigetragen. „Für das Klostertal spielen diese eine wichtige Rolle. Deshalb hatten wir im Jubiläumsjahr 2012 eine Ausstellung zu dem Thema geplant“, erläutert der Obmann. Daraus ergab sich folglich eine Zusammenarbeit unter anderem mit dem Stadtarchiv Ravensburg, der Sektion Freiburg sowie eine Kooperation mit dem Landesmuseum Vorarlberg. „Die Zusammenarbeit war wichtig, so konnten wir viele Themengebiete abdecken. Im Buch zur Ausstellung gibt es Beiträge zu Flurnamen, zur Geologie des Gebirges, sowie der alpinistischen und touristischen Erschließung des Gebiets“, schildert Thöny. Insgesamt beteiligten sich neun Autoren, darunter sowohl Mitglieder des Klostertaler Museumsvereins als auch Fachleute von außen, an dem Werk.

Die Ausstellung selbst war nicht nur im Klostertal Mu­seum, sondern auch im Vorarlberger Landhaus sowie in Ravensburg zu sehen. Eine Projektpräsentation in Freiburg ist in Planung. Thöny, der auch Geschichte am Bundesgymnasium Bludenz unterrichtet, freut sich über die grenzübergreifende Zusammenarbeit: „Da haben sich neue Wege der Kommunikation eröffnet. Die Verantwortlichen aus Ravensburg etwa haben mir erzählt, dass sie erst jetzt intensiven Kontakt mit den hiesigen Einheimischen hatten und die Gemeinde kennenlernten. Dabei stehen die Schutzhütten des Deutschen Alpenvereins bereits seit 100 Jahren dort. Das ist wirklich ein toller Nebeneffekt des Projekts und es erweitert auch den persönlichen Horizont.“ Historisch gäbe es im Ländle ohnehin schon lange Beziehungen über die Landesgrenzen hinaus. Etwa nach Tirol oder Graubünden. Ein vermehrter Austausch und Zusammenarbeit bei Projekten sei daher auch in Zukunft wünschenswert.

Damit Heimatgeschichte auch beim Publikum Interesse weckt, müsse mehr geboten werden als eine bloße Chronik geschichtlicher Ereignisse. ­Dies gelte besonders dann, wenn Jugendliche begeistert werden sollten, erläutert Thöny. Dem geschichtlichen Geschehen eine persönliche Dimension zu verleihen, sei deshalb wichtig. So gab es im Rahmen der Ausstellung auch Zeitzeugengespräche. Der Kletterpionier Martin Berthold etwa erzählte über seine vielen Erstbegehungen im Lechgebirge. „Der Mann ist jetzt über 80 Jahre alt und war mitbeteiligt an der alpinistischen Erschließung des Gebirges. Seine Bergerlebnisse haben auch viele junge Kletterer interessiert“, berichtet der Museumsobmann.

Auch in Zukunft werden den Verantwortlichen des Klostertal Museums die Ideen nicht ausgehen. Eine neue Ausstellung über die Alpe Mähren ist bereits in Planung. „Wir haben schon Ideen für die nächsten Jahre gesammelt und denken, dass sich einiges umsetzen lässt“, ist der Obmann überzeugt.

www.museumsverein-klostertal.at

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