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aus dem Gerichtssaal

Von der Marihuana-Plantage für den Eigenkonsum auf dem Campingplatz erfuhr die Polizei zu spät: Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

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Richter Wilfried Marte sorgte nach der Einvernahme der Angeklagten und des Belastungszeugen für eine Überraschung. Denn die Hauptverhandlung im Drogenprozess am Landesgericht Feldkirch endete nicht mit den erwarteten Schuldsprüchen, sondern mit Freisprüchen für die beiden unbescholtenen Angeklagten. Das obwohl der Zweitangeklagte geständig war und den Erstangeklagten belas-tete. Das Urteil zur Anklage der Vorbereitung von Suchtgifthandel ist nicht rechtskräftig.

Die Freisprüche erfolgten, weil die angeklagten Drogendelikte nach Ansicht des Strafrichters bereits verjährt sind. Zu spät habe die Polizei durch eine Anzeige des Betreibers des Campingplatzes davon erfahren, erst eineinhalb Jahre danach. Deshalb blieben der Anbau von Marihuana in einem alten Wohnwagen auf einem Bregenzer Campingplatz und der Konsum von Haschisch für die beiden Beschuldigten straffrei, zumindest in erster Instanz.

Staatsanwältin Laura Hutter-Höllwarth warf den zwei Angeklagten vor, sie hätten zwischen Frühjahr und Herbst 2011 als Bewohner des Campingplatzes gemeinsam in einem Wohnwagen 30 bis 40 Cannabispflanzen für den Marihuana-Eigenkonsum angebaut und zudem mehrmals Haschisch geraucht.

Nötiges Know-how

Der 49-jährige Zweitangeklagte war grundsätzlich geständig, sprach aber von nur 18 angebauten Pflanzen. Der Skilehrer belastete den Erst­angeklagten als Mittäter. Der 52-Jährige habe den Wohnwagen für den Drogenanbau ausgebaut und dafür als Mitglied einer Familie von Gärtnern das notwendige Know-how gehabt.­ Zur geplanten Ernte sei es nie gekommen, weil sie davor nach einem Streit um Frauen gemeinsam die Pflanzen abgeschnitten hätten.

Der Erstangeklagte gab nur den Haschisch-Konsum zu, behauptete aber, von der Drogenplantage im Wohnwagen nichts zu wissen. Er habe zwar den Wohnwagen umgebaut und dabei auch isoliert, sagte der geschiedene Arbeitslose. Allerdings sei er davon ausgegangen, dass der Zweitangeklagte, der professionell fotografiert habe, den Raum als Fotolabor verwenden werde.

Hohe Stromkosten

Von einem Fotolabor in dem Wohnwagen ging auch der Betreiber des Campingplatzes lange aus. Deshalb schöpfte er zunächst wegen der hohen Stromkosten keinen Verdacht. 600 Euro bezahlten die beiden Angeklagten nach Angaben des Richters im Monat für den Stromverbrauch in dem alten Wohnwagen, in dem sich statt des Fotolabors eine Drogenplantage befand.

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