Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Polizei: Fünf Inspektionen werden geschlossen

Fünf von 36 Polizeiinspektionen werden in Vorarlberg in Stationen oder Stützpunkte umgewandelt. ­Weniger Beamte wird es nicht geben, betonen die Verantwortlichen.

Zu keinen Misstönen hat die Umstrukturierung der Polizeiinspektionen in Vorarlberg geführt. Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher ist davon überzeugt, dass die Exekutive in Zukunft schlagkräftiger sein werde. Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) erklärte, dass das richtige Maß gefunden worden sei.

Während aus der Polizeiinspektion in Brand eine Polizeistation wird, werden die Standorte in Alberschwende und Langen bei Bregenz in sogenannte Stützpunkte umfunktioniert. Bei einer Station als Außenstelle einer anderen Inspektion bleibt die bestehende teure Infrastruktur wie etwa Sicherheitsschleuse oder Waffenkammer vorhanden, während diese bei Stützpunkten deutlich reduziert wird. Auch an den Stützpunkten werden aber ein Polizeischild und eine Ruftaste angebracht. Wann und wie lange die Standorte besetzt sein werden, müsse noch verhandelt werden, hieß es.

Die für Ausgleichsmaßnahmen im Grenzbereich zuständigen Inspektionen in Lustenau und Bregenz werden mit jener in Feldkirch zusammengelegt. Das bedeute jedoch nicht, dass die für die gewöhnliche polizeiliche Arbeit zuständigen Posten in den beiden großen Kommunen geschlossen werden. Diese bleiben natürlich erhalten, betonte Ludescher. Die neue Struktur sieht für Vorarlberg 31 Polizeiinspektionen, zwei Stationen – eine gibt es bereits in Warth – und zwei Stützpunkte vor.

Polizei rasch vor Ort

Ludescher hieß die Umstrukturierung im Zuge der technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahre gut. Heute erwarte der Bürger nicht, dass eine Wache in der Nähe sei. Vielmehr wolle er, dass die Beamten im Notfall schnell vor Ort eintreffen. Mit größeren und mit mehr Personal ausgestatteten Dienststellen lasse sich das besser gewährleisten, zeigte sich der Polizeidirektor überzeugt. „Die Anzahl der Polizisten in den Regionen wird nicht verändert“, betonte er. So ließen sich auch Spezialisten in den Teams etablieren.

Sicherheitslandesrat Schwärz­ler sei „froh, dass die Vernunft eingekehrt ist“. Eine Modernisierung der Struktur sei angebracht, denn „Kriminelle sind auch nicht mehr mit dem Schubkarren unterwegs“, sagte der Landesrat. Zunächst sei die Schließung von zwölf bis 14 Inspektionen im Raum gestanden, „dazu haben wir klar Nein gesagt“. Die regionalen Sicherheitsstrukturen müssten erhalten bleiben, betonte das Regierungsmitglied. So werde in Sonntag die Inspektion nicht nur fortgeführt. Künftig würden dort fünf statt wie bisher vier Polizisten Dienst versehen.

Mit Ergebnis leben können

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden zeigten Verständnis und erklärten, dass sie mit dem Ergebnis leben können. Allerdings forderten Angelika Schwarzmann (Alberschwende), Josef Kirchmann (Langen bei Bregenz) und Michael Domig (Brand) nachdrücklich, die gemachten Zusagen einzuhalten. So müsse unbedingt die Polizei-Präsenz vor Ort gesichert sein und es eine fixe Ansprechperson bei der Exekutive geben. In Sachen Aufgabenprofil verwies Schwarzmann etwa auf die Verkehrssicherung.

FPÖ-Klubobmann Dieter Egger hält die „,Polizeireform‘ in der nun vorliegenden Form für akzeptabel.“ Klar müsse jedoch sein, dass es zu keiner Reduktion des Personalstandes komme. Seitens der SPÖ hieß es, dass es wohl oder übel zur Kenntnis genommen werden müsse, „dass nun doch fünf von 36 Polizeidienstposten geschlossen werden“. Verärgert zeigten sich die Sozialdemokraten darüber, dass Landeshauptmann Markus Wallner bei den ersten Schließungsplänen verlauten ließ, er werde dies verhindern. Dies zeuge aus Sicht der Roten einmal mehr davon, dass Wallner gerne öffentlich etwas verspreche, was er dann nicht halten könne. Diese Kritik an seinem Parteiobmann bezeichnete der ÖVP-Sicherheitssprecher Josef Moosbrugger als „politischen ,Eiertanz‘ der SPÖ“: „Gerade die Sozialdemokratie fordert immer wieder vehement eine Verwaltungsreform. Nun kritisiert man Landeshauptmann Wallner, weil er einer vernünftigen Anpassung der Sicherheitsstrukturen seine Zustimmung erteilt.“ Für Grüne-Klubobmann Johannes Rauch ist die Reform dann vertretbar, wenn die angekündigten Begleitmaßnahmen von der Bundesministerin auch eingehalten werden. „Dazu gehören vor allem die Einhaltung der Zusage im Hinblick auf die Schaffung von Stützpunkten statt voll besetzter Polizeistationen.“ Siehe auch Seiten 2/3

Information

Polizeistationen sind Außenstellen von Polizeiinspektionen, die saisonal angepasst, mit entsprechend Personal ihre Aufgaben wahrnehmen. So werden im Winter die Polizeistationen in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben.

Polizeistützpunkte werden in den Gemeinden eingerichtet und von der Polizeiinspektion serviciert. Sie sind mit einem Polizeischild gekennzeichnet und einer Ruftaste ausgestattet. Drückt ein Bürger die Ruftaste, wird eine Verbindung mit der Leitstelle hergestellt. Diese entsendet eine Polizeistreife zum Einsatzort.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.