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aus dem Gerichtssaal

Bauherr wirft in anhängigem Zivilprozess am Landesgericht Planer und Zimmermann grobe Fehler bei der Statik des Einfamilienhauses vor.

seff dünser

Das 1997 im Bregenzerwald erbaute Einfamilienhaus kann nicht bewohnt werden. Nach Ansicht eines Privatgutachters stellt es einen „bauphysikalischen Nonsens“ dar und ist einsturzgefährdet. Der Sachverständige hatte deshalb bei den Behörden die Verhängung eines Benutzungsverbots angeregt. Der Sachverständige hat schwere Mängel bei der Statik geortet.

Deshalb führt der Bauherr nun am Landesgericht einen Zivilprozess gegen den Planer und die Zimmerei. Der von Robert Mäser anwaltlich vertretene Kläger wirft den Beklagten in Sachen Statik grobe Fehler bei der Planung und beim Bau des Holzhauses vor.

Sowohl der Planer, der auch für Bauleitung und Ausschreibung zuständig gewesen sein soll, als auch der Geschäftsführer der Zimmerei behaupten, mit Fragen der Statik nicht betraut worden zu sein. Deshalb fand Richterin Marlene Ender beim gestrigen Prozessauftakt auf ihre Frage noch keine Antwort: „Wer hat die Statik gemacht? Jemand muss das gemacht haben, sonst kann man doch kein Haus bauen.“

Gutachten abwarten

In der vorbereitenden Tagsatzung wurden noch keine Vergleichsgespräche zur Verhinderung eines langwierigen und kostspieligen Gerichtsverfahrens geführt. Zunächst wollen die Streitparteien das gerichtlich bestellte Gutachten eines Tiroler Sachverständigen für Holzbau und Statik abwarten.

Für den Anwalt Andreas Droop, der Beklagtenvertreter des Planers ist, kommt es in dem Rechtsstreit „maßgeblich“ auf diese Frage an: „Kann man das Haus sanieren oder muss man es abreißen?“

Die von den Streitparteien und deren Versicherungen bestellten Privatgutachten gehen nach Ansicht der Richterin „eklatant auseinander“. Der eine Sachverständige hat schwere statische Mängel und einen Totalschaden festgestellt. Sein Kollege hingegen erblickt keine Fehler bei der Statik und vertritt die Ansicht, eine Sanierung sei um 130.000 Euro möglich.

20.000 Euro würde der Abbruch des Hauses kosten, sagte Klagsvertreter Mäser. Sein Mandant habe bereits 40.000 Euro in nicht den erhofften Erfolg bringende Sanierungsmaßnahmen investiert.

Den Bauherrn machte die Richterin darauf aufmerksam, er dürfe sich auf keinen Fall erwarten, sich mit Geldern aus Schadenersatzzahlungen der Versicherungen der Beklagten ein neues Haus bauen zu können. Der Kläger sagte, ihm sei klar, dass 130.000 Euro für ein neues Haus nicht ausreichend wären.

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