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Lindau: Gift auf dem Bahnhofsgelände

Ein Schreiben aus dem Jahr 2009 warnt die Kleingärtner vor Gift im Boden.

An sich will die Deutsche Bahn mit ihren Flächen in Lindau Geld verdienen. Das Erdreich auf dem Bahnhofsgelände auf der Hinteren Insel ist mit Schadstoffen belastet. Die Sanierungskosten dürften dabei so hoch sein, dass bei einer Vermarktung der Flächen kaum Geld zu verdienen ist. Doch auch in Reutin könnten sich die Hoffnungen der Bahn nicht erfüllen. In einem Schreiben aus dem Jahr 2009 warnt ein Mitarbeiter der DB Services Immobilien GmbH seine Kollegen von der Bahn-Landwirtschaft vor Giftstoffen im Boden auf dem Gelände der Kleingärten. Er zitiert dabei aus den Ergebnissen einer orientierenden Untersuchung, die vom Wasserwirtschaftsamt Kempten in Auftrag gegeben worden war.

Unter anderem wurden erhöhte Blei- und PAK-Werte im Boden festgestellt. Hinter der Abkürzung PAK verstecken sich Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen viele als krebserregend gelten. Sie sind unter anderem in Autoabgasen oder Tabakrauch enthalten. Mögliche Quellen wären an dieser Stelle auch Asche oder Altöl.

Vom Boden in die Pflanze

Laut des Schreibens wurden auf vier Untersuchungsflächen in den Kleingärten die Prüfwerte der Bodenschutzverordnung für den Wirkungsweg Boden-Pflanze überschritten. Heißt: Das Gift gerät aus dem Boden in die Pflanzen und dies in zu hoher Konzentration. Genauere Ergebnisse könnte eine Detailuntersuchung erbringen, heißt es in dem Schreiben. Diese würde aber ungefähr 18.600 Euro kosten. „Da es sich um eine Projektentwicklungsfläche handelt, für die in absehbarer Zeit die Verwertung vorgesehen ist, sind die entstehenden Kosten unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten nicht zu vertreten.“

Weitere Schadstoffe

Auch weitere Flächen in Reutin außerhalb der Kleingartenanlage wurden laut Bahn untersucht. Dort wurden ebenfalls Bodenschadstoffe festgestellt. „Die Ergebnisse liegen den Aufsichtsbehörden vor. Aus den Untersuchungsergebnissen lässt sich keine Erfordernis für weitere Untersuchungsmaßnahmen ableiten“, heißt es weiter. Pressesprecherin Sybille Ehreiser vom Landratsamt bestätigt, dass sich die entsprechende Fachabteilung mit den Ergebnissen beschäftige.

Die Vermarktung der Flächen werde durch die Schadstoffbelastung nicht grundsätzlich gefährdet, so der Bahnsprecher. Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung sei eine Umnutzung der Flächen geplant. Dabei werde ein Großteil der Bodenbelastungen ohnehin entfernt oder versiegelt.

Jürgen T. Widmer

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