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Baubeschluss für Obervermunt II

500-Millionen-Euro-Projekt wird zur Hälfte mit Eigenmitteln der Vorarlberger Illwerke finanziert.

Ein historischer Tag war der gestrige Freitag. Das betonten zumindest die Vertreter von Land, Vorarlberger Illwerken und Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) bei der Unterzeichnung des Baubeschlusses für das neue Pumpspeicherkraftwerk Obervermunt II. Bereits im kommenden Mai soll mit dessen Errichtung begonnen werden. Im Jahr 2018 soll das neue Kraftwerk in Betrieb gehen. Insgesamt rund 500 Millionen Euro werden in das Projekt investiert.

Das Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 360 Megawatt (MW) im Turbinen- und im Pumpbetrieb wird das zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke sein. Es entsteht unterirdisch zwischen den beiden Montafoner Stauseen Silvretta und Vermunt und ist als Parallelkraftwerk zum bestehenden Obervermuntwerk konzipiert. Die Baustelle wird sich in einer Seehöhe von 1700 Meter befinden und auch im Winter betrieben werden.

Investitionspaket

Der Baubeschluss wurde möglich, nachdem der Verfassungsgerichtshof und vor Kurzem auch der Verwaltungsgerichtshof die Beschwerde einer Bürgerinitiative abgelehnt und damit Rechtssicherheit hergestellt hatten. Das Obervermuntwerk II ist das Herzstück eines 600 Millionen Euro schweren Investitionspakets, das unter anderem auch den Bau des Rellswerks vorsieht.

Landeshauptmann Markus Wallner sieht das Obervermuntwerk II als Bekenntnis zum Ausbau der Wasserkraft. Es habe sich gelohnt, die Entscheidungsgewalt in der Ener­giewirtschaft im Land zu behalten. „In vielen anderen Regionen haben die politisch Verantwortlichen bei derartig wichtigen Entscheidungen kein Mitspracherecht mehr.“ Zudem profitiere auch die regionale Wirtschaft. Von den am Freitag vergebenen Aufträgen im Ausmaß von 240 Millionen Euro verbleibe der Großteil in Vorarlberg beziehungsweise Österreich, sagte der Illwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Summer.

EnBW-Vorstand Hans-Josef Zimmer lobte das Projekt als „wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende“. Die EnBW – seit Jahrzehnten in vertraglicher Partnerschaft mit den Illwerken – vermarktet bis zum Jahr 2041 50 Prozent der Energie aus den Kraftwerken der Illwerke. Außerdem beteiligt sich das Unternehmen über die Jahreskosten auch an den Errichtungskosten für das Obervermuntwerk II. Die Hälfte der Projektkos­ten wird nach Angaben von Illwerke-Vorstandsmitglied Christof Germann aus Eigenmitteln finanziert. Dadurch werde die aktuelle Eigenkapitalquote von 80 Prozent auf etwa 70 Prozent fallen.

Germanns Amtskollege Helmut Mennel unterstrich die strengen Umweltauflagen für den Bau des Kraftwerks. Diese würden genau eingehalten. Die exponierte Lage im Hochgebirge erfordere eine besondere Sensibilität in Umweltfragen, erklärte Mennel.

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