Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Lehrpraxis: Pilotprojekt startet in Vorarlberg

Spätestens ab Herbst sollen Jungmediziner sechs beziehungsweise zwölf Monate lang Erfahrungen in Praxen von niedergelassenen Ärzten sammeln.

Auf ein zwei Jahre angelegtes Pilotprojekt Lehrpraxis haben sich die Verantwortlichen aus dem Gesundheitsministerium, des Landes sowie der Vorarlberger Ärztekammer und Gebietskrankenkasse ­(VGKK) geeinigt. Nach Worten von Gesundheitslandesrat Christian Bernhard ist das Thema Lehrpraxis seit Längerem durch Vorarlberg gegeistert. Aber vor allem hinsichtlich der Dauer hätte es auf Bundesebene keinen Konsens zwischen den Systempartnern gegeben. Mit der Präsentation des Pilotprojekts hat der Spuk laut Bernhard nun ein Ende. Er beziffert die Kosten auf 270.000 Euro. Die erforderlichen Mittel teilen sich die Partner auf. So werde das Land 100.000 Euro beisteuern, der Bund 80.000 Euro. Die VGKK und die Vorarlberger Ärztekammer beteiligen sich mit 45.000 Euro aus dem Reformpooltopf. 45.000 Euro kämen von allen Lehrpraxisinhabern.

Im Rahmen des Pilotprojekts sollen für den medizinischen Nachwuchs die bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen werden, um sattelfest für den Job als Allgemeinmediziner zu werden. „Früher haben die jungen Ärzte darauf gebrannt, in die Praxen zu kommen. Heute ist das nicht mehr so“, sagte Bernhard. Denn viele Jungmediziner würden sich nach ihrer Zeit als Turnusarzt im Spital nicht fit genug für die Tätigkeit im niedergelassenen Bereich fühlen. Dies hätte sich bei vielen Gesprächen „mit Kollegen in Ausbildung“ herauskristallisiert.

Insgesamt soll es fünf Lehrpraxen – diese sind an die Spitäler angegliedert – mit sieben Ausbildungsplätzen geben. Am Anstellungsverhältnis ändert sich nach Worten von Burkhard Walla von der Vorarlberger Ärztekammer jedoch nichts. „Vier Tage pro Woche arbeiten sie dann in der Lehrpraxis, einen Tag im Krankenhaus“, erklärte Walla.

In den Lehrpraxen sollen die künftigen Hausärzte unter anderem lernen, wie eine Ordination zu führen sei. Sie sollen aber auch mit Krankheitsbildern vertraut werden, mit denen sie im Spitalsalltag nur eher selten in Berührung kommen. Dabei handle es sich etwa um Bluthochdruck oder Diabetes.

VGKK-Obmann Manfred Brunner sieht das Projekt als wichtigen Baustein zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Denn bis 2020 werden etwa 40 der 170 niedergelassenen Allgemeinmediziner das 65. Lebensjahr erreichen.

Noch mehr Initiativen

Für FPÖ-Klubobmann Dieter Egger ist das Projekt ein erster wichtiger Schritt, dem noch weitere folgen müssen. Ähnlich sieht es auch die grüne Landtagsabgeordnete Katharina Wiesflecker. Sie fragt sich jedoch, ob fünf Lehrpraxen mit sieben Ausbildungsplätzen ausreichend sind, um den Bedarf an Allgemeinmedizinern völlig zu decken. Wiesflecker erwartet, dass das Land noch mehr Initiativen setzen wird.

Dunja Gachowetz

Eckpunkte

Es soll fünf Lehrpraxen geben, welche die Jungmediziner gegen Ende beziehungsweise im Anschluss an ihre Zeit als Turnusarzt absolvieren. Zwei Modelle sollen erprobt werden. Und zwar: Zwei Praxen mit sechsmonatiger und drei mit zwölfmonatiger Lehrpraxis, welche von insgesamt sieben Jungmedizinern pro Jahr absolviert werden können. Während der Lehrpraxisdauer werden die jungen Ärzte im Krankenhaus angestellt bleiben und den Lehrpraxen zugeteilt. Die Auswahl der Lehrpraxen werden Land, Bund, VGKK, Ärztekammer und Krankenhausbetriebsgesellschaft gemeinsam treffen. Hinsichtlich der notwendigen beziehungsweise sinnvollen Dauer der Lehrpraxis soll es eine externe Evaluierung geben.

Artikel 1 von 11
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.