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Geringqualifizierte können Lehrabschluss nachholen

Junge Menschen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, können jetzt über eine neue Qualifizierungsmaßnahme eine Lehrausbildung nachholen.

Martina Kuster

Im Vorjahr waren 33.000 Menschen in Vorarlberg von Arbeitslosigkeit betroffen. 14.000 davon waren gering qualifiziert – sie hatten nur einen Pflichtschulabschluss. Mehr als die Hälfte von den Geringqualifizierten hatte wiederum einen Migrationshintergrund.

„Die Zahlen sind eindeutig. Überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind junge Erwachsene, die oft nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen können“, erklärt AMS-Chef Anton Strini bei der Vorstellung einer neuen Qualifizierungsmaßnahme für junge, gering qualifizierte Erwachsene.

100 Teilnehmer-Plätze

Die neue Zielgruppenstiftung „Schaffa im Ländle“ bietet jungen Frauen und Männern zwischen 19 und 30 Jahren die Möglichkeit, eine Lehrausbildung nachzuholen. Organisiert und durchgeführt wird die Qualifizierungsmaßnahme von der Arbeitsinitiative Integra Vorarl­berg. Projektpartner sind das AMS, das Land, die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer.

100 Teilnehmer-Plätze stehen vorerst zur Verfügung. Die Dauer der Maßnahme beträgt in der Regel 24 Monate. Ausbildungsmöglichkeiten soll es in den Bereichen Verkauf, Tourismus, Handwerk und Technik geben.

Im März wird gestartet

Ab März geht es los. Jobsuchende, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen und als arbeitslos gemeldet sind, werden über das AMS Integra zugewiesen. „Wir schauen, wo die Talente dieser Menschen sind. Dann suchen wir einen Betrieb, der sie aufnimmt und ausbildet“, informiert Integra-Geschäftsführer Stefan Koch. Während der gesamten Ausbildung wird der Teilnehmer von Integra begleitet und unterstützt.

Vom AMS erhält er eine Beihilfe in Höhe des Arbeitslosengeldes und zusätzlich ein gestaffeltes Stipendium. Die Betriebe ihrerseits zahlen 360 Euro pro Monat und Teilnehmer in die Stiftung. Finanziert wird das Ganze zu einem Drittel vom AMS und zu zwei Drittel vom Land.

Landesstatthalter Karl-Heinz Rüdisser erklärt, warum das Land dieses Qualifizierungsprogramm finanziell unterstützt: „Vor 30 Jahren hatten Hilfskräfte einen großen Stellenwert in der Wirtschaft. Man brauchte sie en masse. Aber der Bedarf an Geringqualifizierten ist in den vergangenen Jahren permanent gesunken. Heute haben sie kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“ „Schaffa im Ländle“ biete wenig qualifizierten Menschen eine zweite Bildungschance. Wer diese wahrnehme, erhöhe seine Jobchancen. „Wir wollen so viele Menschen wie möglich in den Arbeitsprozess integrieren. Deshalb gibt das Land für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen pro Jahr sieben Millionen Euro aus.“

Kaum Chancen

In Vorarlberg haben rund zwölf Prozent der 15- bis 39-Jährigen nur einen Pflichtschulabschluss – das sind rund 14.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon hat einen Migrationshintergrund und fast jeder Vierte der Niedrigqualifizierten dieser Altersgruppe ist derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen. Wolfgang Alteneder, der Autor der Synthesis-Studie über „Berufe mit guten Beschäftigungsaussichten“, kommt zum Schluss, dass Personen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, künftig nur mehr vereinzelt mit guten Beschäftigungschancen rechnen können. Nur in 9 von 122 Berufen gebe es überhaupt noch Chancen. 82 der 122 Berufe setzen eine Lehre voraus.

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