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japaq-bags, hard

Taschentrick mit dem Plan(en)spiel

Alte Planen sind der Rohstoff, aus dem Monika Fritz pro Jahr rund 500 bis 600 Taschen näht. Und die bunten Unikate der 49-jährigen Harderin finden unter dem Level JAPAQ-Bags entsprechenden Absatz.

Dietmar Hofer (Text) und Klaus Hartinger (Fotos)

Manche verarbeiten Krokodilleder zu Taschen, Monika Fritz schon mal mitunter den Kopf eines Kabarettisten. Die 49-jährige Harderin macht jedenfalls vor nichts Halt, wenn sie zu Schere, Segelgarn und Nadel greift. Doch zur Beruhigung sei gesagt, dass für die Produkte der fünffachen Mutter weder Tier noch Mensch zu schaden kommen. Vielmehr hatte Fritz im Jahr 2009 die pfiffige Idee, dass man nicht mehr gebrauchte, bedruckte und reißfeste Planen dafür verwenden könnte, um Taschen herzustellen. „Am Anfang war es mehr ein Experiment und ich hatte auch gar nicht vor, daraus ein Geschäft zu machen“, erinnert sie sich an die ersten Versuche zurück. „Ich habe die Taschen hernach verschenkt und nie damit gerechnet, dass ich damit eine große Nachfrage auslösen könnte.“ Für die Erfinderin ein klassisches Zufallsprodukt. Schon bei ihrem ersten Marktauftritt in Wolfurt verkaufte sie zwischen 30 und 40 Stück davon.

500 bis 600 Teile

Knapp fünf Jahre später umfasst ihr produktives Werk Strand- und Umhängebags genauso wie die Herstellung von Laptoptaschen, kleinen Rucksäcken oder Bucheinbänden. „Rund 500 bis 600 Teile sind es im Jahr, die alle von mir eigenhändig genäht werden“, hat die Handelsschul-Absolventin mittlerweile den richtigen Taschentrick heraus. Unter anderem erfüllte sie auch größere Aufträge für Vereine oder auch für Vorarlberg-Tourismus. Je nach Größe und Aufwand kos­ten die Produkte im Schnitt zwischen 15 und 55 Euro.

Doch was hat es nun wirklich mit dem Kopf eines Kabarettisten auf sich, den Monika Fritz verarbeitet hat? Es ähnelt ein wenig einem (taschen-)diebischen Lächeln, mit dem die umtriebige Handwerkerin antwortet. „Ich bekomme öfters Planen von Kulturveranstaltern geschenkt. Auf einer davon befand sich das Konterfei von Alfred Dorfer, der in Vorarlberg einen Auftritt hatte.“ Fritz zögerte nicht lange und machte daraus – unschwer zu erraten – eine ihrer typischen Kreationen. Für die kafkaeskenhafte Verwandlung des Kabarettisten-Kopfes in eine Taschenhaut brauchte sie nicht einmal drei Stunden. Beigebracht hat sie sich die Nähtechnik übrigens selbst. „Vielleicht habe ich es aber auch ein bisschen in den Genen“, erzählt die quirlige Person, dass ihre Großmutter Damenschneiderin war. Die größte Arbeit ist übrigens nicht das Nähen, sondern das Waschen der Planen.

Unterschiedliche Jobs

Sich selbst beschreibt sie als einen Typ, „bei dem immer etwas nochegoa muass“. Das war schon früher so, deshalb hat die Unterländerin nach der Schule auch in unterschiedlichen Branchen gearbeitet. „Ich war im Gastgewerbe tätig und auch im Handel.“ Wichtig war der in zweiter Ehe verheirateten Mutter von fünf Kindern, dass sie immer ihr eigenes Geld verdient. „Mit der Taschenproduktion habe ich auch etwas gefunden, was mir Spaß macht, weil es etwas Kreatives ist“, gibt ihr die nunmehrige Tätigkeit die Gelegenheit, Beruf und Familie ideal zu verbinden.

Initialien der Kinder

Die Verknüpfung der Familie zu ihren Taschen spiegelt sich aber auch anderweitig wider. So basiert der Markenname „JAPAQ“, unter dem die Endvierzigerin ihre Produkte vertreibt, auf die Vornamen ihrer Kinder. Das J steht dabei für Jürgen, das erste A für Angelina, das P für Paulina, das zweite A für Annabell und das Q schließlich für Quentin – ihrem jüngsten Sohn, der noch zur Volksschule geht.

Angst, dass ihr der ungewöhnliche Rohstoff einmal ausgehen könnte, braucht Fritz nicht zu haben. Denn viele sind froh, wenn sie die nicht mehr gebrauchten Planen zu ihr bringen können. „Als Dankeschön mache ich den Überbringern auch gleich selbst eine Tasche daraus.“

Schließlich will sie auch weiterhin in ihrem Beruf eine Planungs- oder besser gesagt Planensicherheit haben.

„Ich bin ein Typ, bei dem immer etwas nochegoa muass.“

Monika Fritz, Taschenproduzentin

japaq-bags

2009 begann die in Hard wohnhafte Monika Fritz, erste Taschen aus Planen zu nähen.

– Verkauft werden die Unikate auf Märkten und durch direkte Bestellung.

– Die nächsten Marktauftritte von Monika Fritz: am 15. März in Lustenau beim Kirchplatz „Frauenkreativmarkt“ von 8 bis 12.30 Uhr und am 30. März in Bregenz Vorklos­ter beim Ostermärktle.

www.japaq-bags.at

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