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OGH: Flugsportverein haftet für den Absturz des Flugzeugs

Flugzeughalter bezahlt wegen Wartungsmängeln für Verletzungen nach Absturz eines Kleinflugzeugs, dem die Haube weggerissen wurde.

Seff Dünser

Schwer verletzt wurden der Vorarlberger Pilot und seine mitfliegende Gattin beim Absturz eines Kleinflugzeugs am 24. August 2008 in Lausanne.

Bei der einmotorigen, zweisitzigen Maschine wurde im Landeanflug die Haube weggerissen. Für die Folgen des Flugunfalls haftet als Flugzeughalter ein Vorarlberger Flugsportverein wegen Wartungsmängeln. Das hat der Oberste Gerichtshof (OGH) nun entschieden.

Schadenersatz gefordert

Das Wiener Höchstgericht hat damit die Zwischenurteile des Oberlandesgerichts Innsbruck und des Landesgerichts Feldkirch zum Grund des Anspruchs bestätigt.

Jetzt wird im anhängigen Schadenersatzprozess über die Höhe der Ansprüche verhandelt werden. Die mitfliegende Gattin des Piloten fordert vom Flugsportverein 70.000 Euro Schadenersatz. Auch ihr klagender Gatte verlangt vor allem Schmerzengeld.

Die Schwerverletzten hatten Wirbel- und Knochenbrüche erlitten. Sie hätten Glück im Unglück gehabt, sagte Klagsvertreterin Tanja Moosbrugger als Anwältin der klagenden Frau.

Wartung nicht durchgeführt

Weil die Haube beim Landeanflug aus unbekannter Ursache weggerissen wurde, geriet das Flugzeug in Turbulenzen und stürzte aus mehr als 100 Metern Höhe auf einen Acker.

Der Pilot hatte das Flugzeug beim beklagten Flugsportverein, bei dem er Mitglied ist, für den Flug von Hohenems nach Lausanne gechartert. Der Flugzeughalter hat eine vorgeschriebene Wartung der Maschine nicht durchgeführt. Weil er damit seine Schutz- und Sorgfaltspflichten verletzt hat, muss der Verein Schadenersatz bezahlen, so die Gerichte.

Der Flugzeughalter habe keine Haftung zu übernehmen, behauptete ohne Erfolg der beklagte Flugsportverein. Denn die Maschine habe keinen Mangel aufgewiesen, sagte Beklagtenvertreter Klaus Pichler. Der Pilot hätte ohne gültige Lizenz nicht fliegen dürfen, seine mitfliegende Gattin hätte das wissen müssen – deshalb treffe den Flugzeughalter keine Schuld. Die Fluglizenz des Piloten sei nicht ordnungsgemäß verlängert worden. Er habe die erforderliche Zahl von Starts und Landungen in einem bestimmten Zeitraum nicht eingehalten, um einen Passagier mitbefördern zu dürfen. Die gegen den Piloten erhobenen Vorwürfe gehen allerdings auch nach Ansicht des OGH „ins Leere“. Weil „ein Pilotenfehler als Absturzursache ausscheidet“. Zudem habe der beklagte Flugzeughalter „keine Maßnahmen zur Überprüfung der Berechtigung des Piloten gesetzt“.

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