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Sage um die Tour

Wildromantisch: Über die Osangbrücke

Die Geschichtenerzählerin Hertha Glück kennt interessante Wege und Stege im Ländle. Auch Geschichten kann sie dazu erzählen. Heute empfiehlt sie eine Wanderung ab Dafins über die Osangbrücke nach Röthis.

Dafins sowie Muntlix und Batschuns (Buchebrunnen) gehören zur Gemeinde Zwischenwasser, welche im oberen Rheintal liegt. Die Besonderheit ist, dass keine der drei Ortschaften den Gemeindenamen trägt. Dieser leitet sich von der Lage der Gemeinde zwischen den Gewässern der Flüsse Frutz und Frödisch ab. Sehr passend, denn Wasser begleitet diese Wanderung.

Ab der Bushaltestelle beim Gasthaus Rössle in Röthis beginnt der bequeme Teil der Wanderung mit einer zehnminütigen Busfahrt nach Dafins Morsch (Endstation). Der Wanderer nimmt dann die weiß-rot-weiße Markierung in Richtung Osangbrücke und geht eine kurze Weile sehr flach auf dem Forstweg dahin. Auf diesem Weg wird auch ein großes Wildgehege passiert, das sogar weiße Hirsche beheimatet. Beim Anstieg zweigt der Weg rechts ab und weiter geht es. Im leichten Auf und Ab führt der Weg an Bauernhöfen vorbei, mächtige Bergahornbäume ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, Weitblicke hinab nach Rankweil und Brederis sind zu genießen. Sachtes Herausspitzeln von Gräsern und Kräutern – wie Huflattich, Löwenzahn- und Wilderdbeerblätter, Spitzwegerich – kündet den verfrühten Frühlingsbeginn an.

Mühletobel zu hören

Bei der Schranke nimmt der Wanderer den schmalen Weg rechts ab und gelangt auf einen uralten Pfad. Dies erkennt man an den seitlich gelegten Steinen. Plötzlich steht da ein Holzfällerhäuschen mit Algenpatina grün überzogen. Fernes Rauschen verheißt das Mühletobel mit dem wilden Bach und bald darauf zeigt sich die mit Holz gedeckte Osangbrücke. Das Mühletobel ist ein gewaltiges Schauspiel an Wasserkraft mit Gumpen, Wasserfällen und tosenden Bächen.

Alte Brücke gerettet

Obwohl die letzte Holzbringungsbrücke in dieser Region längst ihre Funktion verloren hatte, beschlossen etwa 70 Dafinser, die Brücke vor dem Verfall zu retten. Lange planten sie, reichten Gesuche ein und überwanden finanzielle Schwierigkeiten. Mit viel Eigeninitiative und der Hilfe örtlicher Firmen zerlegten sie die alte Brücke und bauten Balken um Balken mit neuen Materialien wieder auf, verbreiterten den Weg und nach drei Jahren Fleiß war diese im Jahre 1999 fertig restauriert. Hertha Glück ergänzt: „Ich habe gelesen: Jeder Arbeitstag wurde durch die üppige Verpflegung durch die Dafinser Frauen ein Fest. Je länger die Umsetzung des Projekts dauerte, desto mehr kam es zu freiwilligen und unerwarteten Unterstützungen durch die Firmen und die Agrargemeinschaft.“ Im Brückenbalken ist eingraviert: „Die Osangbrücke lädt jeden Gast hier ein zu einer Rast. Der Dafinser Kulturverein hat viel unternommen, damit auch Du wirst sicher hinüber kommen.“ Und das stimmt, denn nun führt der Weg weiter hinab, am Mühletobel entlang, mit dem Blick auf den zehn Meter hohen Wasserfall geht es in Richtung Buchebrunnen.

Ein sicherer Weg schlängelt sich durch eine reizvolle Landschaft. Auf der anderen Talseite wird nun Dafins mit Kirche sichtbar und dahinter spitzelt Viktorsberg hervor. Vor der Asphaltstraße wird rechts in den Wald hinab abgezweigt – obwohl die Beschilderung fehlt, ist der Weg richtig.

Vitaparcour-Tafeln

Nun schlängelt sich der Weg hinunter und wieder hinauf. Bei der Waldöffnung, auf der Kuppe, ist der Blick frei auf Buchebrunnen und schon wieder taucht man in den Buchenwald ein. Bei Quelle Riedle geht es rechts ab nach Dafins/Viktorsberg/Muntlix und nach ein paar Schritten links in Richtung Muntlix/Sulz/Röthis.

Bei Zapfabündt geht es geradeaus und bei der ersten Kurve, beim Baumstumpf, rechts auf den schmalen Waldweg und in der Waldmitte bleiben (den Hangweg meiden) und an der Vitaparcour-Tafel mit „Tiefes Knie wippen“ vorbei und schon wartet die nächste Tafel mit „Beugen und Strecken“.

Die Tafeln hinter sich lassend, erlangt der Wanderer den Hennabühel und erfährt laut Wegbeschilderung, dass er in 25 Minuten wieder in Röthis ankommt. Ein Tipp: Die Abzweigung nach links, direkt beim Hydranten, offeriert eine verkehrsberuhigte Variante und zugleich sind interessante Häuser und solarbetriebene Laternen zu bestaunen. Hinab wandert man nun am Bach entlang und kommt zur St.-Sebastian-Kapelle. Gegenüber steht ein uraltes, typisches Rheintalhaus.

Am Ausgangspunkt

Wieder an der Straße angelangt, läuft es sich gut am Schulertobel. Vor der Engelbrücke überrascht der Heilig-Kreuz-Brunnen mit einem schönen silbernen Kreuz. Über die Engelbrücke, vorbei am Freihof Sulz und geradeaus gehalten, so wird bald der Ausgangspunkt mit vielen Wegerlebnissen wieder erreicht.

Kurzbeschreibung

Besonderes: wildromantische Wanderung.
Anforderung und Gehzeit:
in zwei bis zweieinhalb Stunden Gehzeit, 400 Höhenmetern fast immer abwärts erwandert
Charakter der Wege: Straße, Forstwege, schmaler und breiter Wald- und Wiesenweg, Stege
Kultur und Natur: Dafins mit Ortszentrum, Kirche, Sennerei, Mitdafinserhus und Osangbrücke, St. Sebastiankapelle, Heilig-Kreuz-Brunnen
Anziehen und Mitnehmen: gutes Schuhwerk (Profilsohle), Wanderstöcke
Start: mit dem 64er-Bus nach Dafins Morsch (Endstation), am Wochenende ist es ein Rufbus
Ende: Bushaltestelle Röthis

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