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Ein PLÄDOYER FÜRS ESSEN

Andrea Milstein

Kochen als gemeinsame Aktivität

Ob die nächste Generation noch in der Lage ist, eine Mahlzeit aus unverfälschten Lebensmitteln zuzubereiten, das hängt zu einem großen Teil davon ab, ob wir gewillt sind, Kochen als nützlich und notwendig weiterzugeben. Natürlich werden sich immer Spezialisten finden, die in der Lage sind, aus ausgewählten Zutaten Meisterliches zu kreieren. Die allerdings arbeiten in teuren Restaurants. Was aber geschieht mit dem Rest, nämlich mit jenen Heranwachsenden, die weder über Privatköche noch Firmenkreditkarten verfügen? Sind sie automatisch zu einem Leben zwischen Leberkässemmeln, Döner und Fast Food verurteilt? Die Zeit der traditionellen Rollenteilung in der Küche ist endgültig vorbei. Und sich darauf zu verlassen, dass die Partnerin der Zukunft allein für die Essenszubereitung zuständig zeichnet, ist unrealistisch: Da könnte man genauso darauf hoffen, dass Heerscharen von jungen Frauen demnächst ihre Spinnräder aus den Dachböden hervorkramen.

Vor diesem Hintergrund macht es mehr Sinn, sich mit den neuen Gegebenheiten anzufreunden und sich im selben Zuge mit der Frauenwelt gut zu stellen. Nichts trägt zum gemeinhaushaltlichen Wohl mehr bei, als ein Mann, der gewillt ist, sich auch an scheinbar banalen häuslichen Aktivitäten zu beteiligen. Wer glaubt, hier Anzeichen männlicher Schwäche zu entdecken, ist fehlinformiert und hat den Gesellschaftswandel zu einer faireren Aufteilung der häuslichen Aufgaben verschlafen.

Kochen als Gemeinschaftsaktivität – das scheint nicht nur sinnvoll, sondern schlichtweg gerecht. Gemeinsam kochen fördert einerseits die Gesundheit, aber im Besonderen die Qualität des Zusammenlebens. Immer wieder stelle ich in meinen Kursen fest, wie gerade junge Menschen auf das Zusammenspiel beim Kochen reagieren. „Ich hatte keine Ahnung, dass Kochen so entspannend sein kann“, ist eine der häufigsten Reaktion, gefolgt von: „Ich hatte keine Vorstellung, dass selber kochen so unkompliziert ist, schaut im Fernsehen viel schwieriger aus.“ Kein Wunder, ist doch Kochen von den Medien zum Wettkampfsport erhoben worden. Innerhalb zwei oder drei Tagen wird die Fertigpizza mit mehr Argwohn beäugt, hat Fast Food einen Teil seiner Attraktivität eingebüßt. Weil inzwischen klar ist, dass gemeinsam kochen genug Potenzial hat, neben gestressten Haushaltsbudgets auch noch gespannte Nerven zu entlasten. Und das weiterzugeben, sollte uns als Eltern, Ausbildner oder Arbeitgeber ein ehrliches Anliegen sein.
Andrea Milstein leitet seit Juni 2012 das Kochstudio essküche Götzis. Interessierte können sie telefonisch erreichen (Telefon: 0699/13213261) oder sie per E-Mail (info@esskueche.com) kontaktieren (mehr zur essküche unter www.esskueche.com).

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