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Aus dem Gerichtssaal

Neffentrick: Rentner um 135.000 Euro betrogen

Polnischer Geldkurier von polnischen Telefonbetrügern am Landesgericht zu 18 Monaten Haft verurteilt, davon sechs Monate unbedingt.

Einer der zahlreichen Fälle von Telefon-Betrügereien mit dem Neffen- und Enkeltrick und Spielarten davon führte nun doch einmal zu einer gerichtlichen Verurteilung. Ein unbescholtener, polnischer Geldkurier einer polnischen Betrügerbande wurde gestern am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte Teil sechs Monate. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Allerdings wurde der unbescholtene 49-Jährige nicht wegen des angeklagten gewerbsmäßig schweren Betrugs schuldig gesprochen, sondern nur wegen Hehlerei. Demnach war dem Taxifahrer nicht nachzuweisen, dass er über die Telefon-Betrügereien informiert war. Der von Kurt Jelinek verteidigte Untersuchungshäftling gab allerdings zu, er habe gewusst, dass das ihm übergebene Geld aus Straftaten herrühre.

Um 135.000 Euro wurde im September 2013 ein pensionierter Primararzt aus dem Oberland betrogen. Davon konnte die Polizei 102.000 Euro sicherstellen und ihm zurückgeben. Der 75-Jährige war am Telefon auf einen unbekannten Betrüger hereingefallen. Der Anrufer hatte sich als alter Freund aus Berlin ausgegeben. Der angebliche Freund behauptete, er befinde sich in einer finanziellen Notlage, und bat den Vorarlberger um ein Darlehen. Das Geld solle zunächst einem Notar übergeben werden. Eine vorgebliche Mitarbeiterin des Notariats holte dann das viele Geld bei dem Oberländer ab. Die junge Polin ist flüchtig.

Geld übergeben

Am 24. September 2013 übergab der 75-Jährige der mutmaßlichen Betrügerin 30.000 Euro und am nächsten Tag sogar 105.000 Euro. Zudem versuchte sie am 26. September, dem Herrn Doktor weitere 70.000 Euro sowie eine Rolex-Uhr im Wert von 5000 Euro herauszulocken.

Vom alten Freund aus Berlin hat der Betrogene dem Anrufer am Telefon erzählt. Erst daraufhin gab der Anrufer an, er selbst sei der alte Freund aus Berlin.

Freigesprochen wurde ges­tern mangels Beweisen eine unbescholtene Polin, die von Sanjay Doshi verteidigt wurde. Der Schöffensenat sah keine Belege dafür, dass die 51-Jährige als Logistikerin für die Bande tätig war. Sie habe mit der geflüchteten Polin in Lörrach in Deutschland Urlaub gemacht und mit den Betrügereien nichts zu tun, behauptete die Angeklagte.

Sie befand sich seit Ende September 2013 in Untersuchungshaft und wurde gestern ebenso enthaftet wie ihr verurteilter polnischer Landsmann.

Seff Dünser

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