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EPU-Kritik kostete Amann das Amt als WKÖ-Vize

Vorarlberger Fritz Amann muss nach umstrittenem Zeitungskommentar den Hut nehmen.

Einzelpersonenunternehmer seien keine Unternehmer, sondern eine „Art der Arbeitslosenentsorgung“ und Tagelöhner. Mit diesem Kommentar hatte Wirtschaftskammer-Vize Fritz Amann einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am Donnerstag musste der Vorarlberger seinen Hut als Stellvertreter von WKÖ-Präsident Christoph Leitl nehmen. Sogar sein Ring freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW) kehrte ihm den Rücken.

„Ich habe ein persönliches Gespräch mit Amann geführt und ihn dazu bewegen können, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Er tritt mit sofortiger Wirkung von allen seinen Ämtern zurück“, sagte RfW-Obmann Matthias Krenn am Donnerstagnachmittag. Der Schritt war mit Kammerchef Leitl akkordiert. Leitl hatte Krenn schon in der Früh zu sich zitiert und öffentlich Amanns Rücktritt verlangt. Formell müsse das insgesamt sechsköpfige Präsidium der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mit Leitl an der Spitze den Beschluss noch fassen, sagte Krenn, der Amanns Nachfolge antritt.

Der Vorarlberger hatte mit einem am Dienstag erschienenen Zeitungskommentar über Ein-Personen-Unternehmen (EPU) eine Protestwelle ausgelöst. EPU sind in seinen Augen „Tagelöhner“ und keine Unternehmer. Die „Gruppierung“ der EPU sei „eine Beleidigung für alle Einzelunternehmer wie Friseure, Einzelhändler oder Handwerker“. Amann sprach von „modernem Sklaventum mit Billigung der Sozialpartner“.

Kammerchef Leitl hatte am Mittwoch noch zu beschwichtigen versucht und betont, dass die WKÖ alle Unternehmer, auch die EPU, vertrete. Am Donnerstag zog er jedoch die Reißleine. Da sich Amann nicht entschuldigt habe, habe er mit Krenn gesprochen, ließ er am Vormittag in einer Aussendung wissen. Krenn veranlasste dann Amanns Rücktritt.

„Richtige Konsequenz“

Als „die einzig richtige Konsequenz“ bezeichnete Manfred Rein, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV), Amanns Rücktritt in einer Aussendung. Nach einer „derartigen Entgleisung“ könne nicht zur Tagesordnung übergegangen werden.

Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger zollte dem Ex-WKÖ-Vize Respekt. Denn dieser habe „sehr rasch und mit Charakter die Konsequenzen gezogen“. Amanns pauschale Kritik an den EPU sei überzogen gewesen. Diese seien ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Egger schlug zudem vor, eine eigene Interessensvertretung für die EPU – losgelöst von der Wirtschaftskammer – einzurichten.

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