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„Einer der teuersten Standorte“

Formblechtechnik wieder in richtiger Spur

Salzmann Formblechtechnik GmbH registriert für 2013 Umsatz-Wachstum von zehn Prozent.

Die Salzmann Formblechtechnik GmbH ist nach den Schwierigkeiten und Verzögerungen rund um den Neubau des nunmehrigen Stammsitzes in Hohenems wieder auf Schiene. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard Salzmann erklärte, hat das Unternehmen im Jahr 2013 – das erste volle Jahr am neuen Firmensitz – den Umsatz um zehn Prozent auf 21 Millionen Euro gesteigert.

Auch die Ertragssi­tuation sei nach dem Verlustjahr 2012 wieder klar positiv, obwohl die Gewinn- und Verlustrechnung im Vorjahr und auch in den Folgejahren noch sehr hohe Abschreibungen durch den Neubau und die damit verbundenen Kosten beinhalte.

Salzmann Formblechtechnik ist auf das Lasern, Stanzen, Kanten, Schleifen, Schweißen, Pulverbeschichten und PU-Schäumen von Rohblechen etwa aus Stahl, Aluminium, Titan, Messing oder Chrom-Nickel-Stählen spezialisiert. Das Unternehmen erzielt etwa 90 Prozent des Umsatzes in der näheren Region. Zu den wichtigsten Kunden gehört der Seilbahnhersteller Doppelmayr. Aber auch Unternehmen wie Alpla, Bösch, Blum, Liebherr, Schelling oder Hilti sowie Drexel & Weiss stehen auf der Kundenliste. „Wir betreuen die führenden Industrie- und Gewerbebetriebe im Lande“, sagte Salzmann.

„2011 und insbesondere 2012 waren Bau- und Umzugsjahre, worunter das operative Geschäft natürlich gelitten hat. Aber das haben wir im Vorjahr hinter uns gelassen.“ Der neue Firmensitz, in den inklusive Grundstück, Gebäude, Maschinenpark und Pulverbeschichtungsanlage 27,5 Millionen Euro investiert worden sind, habe sich bereits bewährt und eingespielt. Der alte Firmensitz in Altach wurde mittlerweile an die Textilfirma David Fussenegger verkauft.

Weitere Investitionen

Die Investitionen gehen unterdessen am neuen Firmensitz weiter. So wurde im Vorjahr eine neue Bolzenschweißanlage in Betrieb genommen. Ende 2014 investiert das Unternehmen rund 650.000 Euro in ein neues Biegezentrum.

Aufgrund der noch während des Baus getroffenen Entscheidung zum Einbau einer Pulverbeschichtungsanlage kamen Salzmann im Neubau 2000 Quadratmeter ursprünglich geplanter Lagerflächen abhanden. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe das Unternehmen in einem benachbarten Gebäude der Gebrüder Ulmer seit Mai 2014 rund 3500 Quadratmeter Flächen angemietet, erklärte Salzmann. Und dieser Platz werde dringend benötigt, denn im ersten Quartal 2014 habe das Unternehmen das Geschäftsvolumen erneut um etwa 15 Prozent gesteigert. Man rechne heuer mit einem Umsatz von etwa 24 Millionen Euro.

Die Baustelle in Hohenems hat 2011 für Aufsehen gesorgt: Nach dem Errichten der ersten Gebäudeteile war festgestellt worden, dass eine ganze Reihe der versenkten Piloten nicht die erforderlichen Traglasten aufwies. Das mit den Pilotierarbeiten beauftragte Bauunternehmen musste deshalb 800 neue Piloten ins Erdreich einbringen. Die bereits errichteten Gebäudeteile mussten zuvor wieder abgerissen werden. In der Folge kam es zu mehrmonatigen Verzögerungen auf der Baustelle. Doch wer jetzt diese Kosten zu tragen hat, ist auch eineinhalb Jahre nach Bezug des Gebäudes nicht geklärt. „Es gibt Versuche, die Sache in Vergleichsgesprächen zu lösen. Aber es herrscht nach wie vor eine Pattstellung“, sagte Salzmann. Noch sei die Causa nicht gerichtsanhängig.

Hohenems. Verärgert zeigt sich Unternehmer Gerhard Salzmann über das nach wie vor von der Politik verbreitete „Märchen von: Wir sind die Besten im Wes-ten“. Der Standort Österreich und damit auch der Industriestandort Vorarl­berg verschlechtere sich Jahr um Jahr. „Wir sind einer der teuersten Standorte und das gilt nicht nur für die Grundstückspreise.“

Unternehmen müssten sich mit aufwändigen und teils „völlig sinnlosen“ bürokratischen Vorgaben auseinandersetzen. Nur ein Beispiel: Derzeit müsse Salzmann mit allen 165 Mitarbeitern eine Evaluierung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz durchführen. Dieser Auftrag müsse gemäß Vorschrift an einen externen Evaluierer vergeben werden.

„Das Honorar für diesen Evaluierer und die fehlende Arbeitszeit unserer Mitarbeiter kosten gleich mehrere Tausend Euro. Was das allerdings bringen soll, ist mir ein Rätsel“, sagte Salzmann.

Gründung: 1969 durch Johann Salzmann,
heute im Eigentum von Gerhard Salzmann

Beschäftigte: 165 Mitarbeiter, davon 15 Lehrlinge

Pro Jahr werden 5000 Tonnen Stahl, 500 Tonnen Aluminium, 400 Tonnen Chromstahl und 100 Tonnen Kunststoff verarbeitet. Pro Monat werden 300.000 Kilowattstunden Strom und 150.000 Kilowattstunden Erdgas verbraucht.

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