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Aus dem Gerichtssaal

„Da ist jeder Einbrecher ein anständiger Mensch“

Vorbestrafter Sachwalter eines Behinderten soll 40.000 Euro abgezweigt haben.

Ein Sachwalter, der Gelder eines Behinderten veruntreue, sei „das Mieseste, was es gibt“, sagte Richter Peter Mück. „Da ist jeder Einbrecher ein anständiger Mensch.“

In einem vertagten Strafprozess am Landesgericht Feldkirch wird einem Sachwalter vorgeworfen, er habe zwischen Juli 2009 und Dezember 2011 rund 40.000 Euro veruntreut.

Der Angeklagte beteuerte in der gestrigen Verhandlung seine Unschuld. Er habe dem nunmehr 40-jährigen Behinderten keine Gelder weggenommen.

160 Barabhebungen durch den Sachwalter vom Konto des Besachwalteten im Ausmaß von rund 40.000 Euro seien „nicht nachvollziehbar“, sagte der Richter. Denn für die Verwendung dieser Gelder lägen dem Gericht keine Belege vor. Der 67-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch behauptet, er habe sämtliche Belege per Einschreiben dem Pflegschaftsgericht geschickt. Das wird nun noch einmal überprüft.

Der Pensionist ist mit drei einschlägigen Vorstrafen wegen Vermögensdelikten belastet. Zweimal wurde er wegen schweren Betrugs verurteilt, zuletzt 2007. Dennoch wurde der Vorbestrafte vom Pflegschaftsgericht zum Sachwalter bestellt. Seines Amtes enthoben wurde er dann nicht wegen seiner kriminellen Vergangenheit, sondern deshalb, weil er dem Gericht mehrmals verspätet Rechnungen vorgelegt hat. Mehrfach wurde er dafür vor seiner Abberufung mit Ordnungsgeldstrafen belegt.

Möbel gekauft

„Der Eindruck, den Sie hinterlassen, ist katastrophal“, sagte Strafrichter Mück ­gestern zum Angeklagten. „Was haben Sie mit dem Geld gemacht?“, fragte Staatsanwalt Markus Fußenegger den Beschuldigten. Der Beschuldigte gab an, er habe dem Behinderten etwa Möbel und Kleidung gekauft und zahlreiche Reparaturen seines Auto bezahlt. Dafür fehlen aber die Rechnungen. Er gab zu, mehrmals auf Mallorca im Urlaub gewesen zu sein. Diese Reisen habe aber der Besitzer eines Ferienhauses auf der spanischen Insel bezahlt, der inzwischen verstorben sei.

Seff Dünser

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