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Druckbranche: „Nicht dramatisch, aber ernst“

Am Samstag geht in Lochau der 69. Druckertag über die Bühne. Der derzeitige Präsident des Verbands für Druck & Medientechnik Rudolf A. Cuturi über die aktuelle Situation der Branche.

Nicht dramatisch, aber ernst“: So umreißt der oberösterreichische Medienunternehmer und Herausgeber der „Ober­österreichischen Nachrichten“ Rudolf Andreas Cuturi, Präsident des Verbands für Druck & Medientechnik, die aktuelle Situation der Branche. Im Vorjahr wurden mit der Produktion von Druckwerken in Österreich rund 1,7 Milliarden Euro umgesetzt, folglich ein leichtes Minus von 0,9 Prozent. Allerdings sind unterschiedliche Entwicklungen der einzelnen Bereiche zu bedenken, so Cuturi im Gespräch.

Ausländische Konkurrenz

Speziell im Bogendruck sei es in den vergangenen Jahren zu Verbesserungen gekommen, was der Verbandspräsident auf die KV-Verhandlungen zurückführte. „Die Tendenz, bei ausländischen Betrieben Druck­erzeugnisse zu bestellen, ist geringer geworden.“ Anders sieht es beim Heatset-Druck aus. „Hier gibt es nach wie vor große Probleme, weil die Betriebe die Konkurrenz aus dem Ausland spüren.“ Neben Deutschland nannte Cuturi dabei unter anderem die Konkurrenz aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn, die mit niedrigeren Lohnkosten punkten können. Der Unterschied betrage bis zu 20 Prozent.

Hier müsse man ansetzen, wenn es um mögliches Sparpotenzial geht, unterstrich der Verbandspräsident. Bei den Bogendruckern sei die Arbeitszeit bereits verlängert worden, zusätzlich habe man eine Flexibilisierung erreicht. Ähnliches erhofft sich Cuturi auch für die weiteren Bereiche, wobei Einsparungen im Bereich von zehn Prozent wünschenswert wären. Dies könnte beispielsweise durch eine Verlängerung der Arbeitszeiten von derzeit 37 auf 40 Stunden pro Woche erreicht werden. „Die Gewerkschaft wird ihre Mitglieder nur schwer davon überzeugen können, aber in diese Richtung wird es gehen müssen.“

Angespannt sei die Lage für die Zeitungsdrucker. „Die Auflagen gehen tendenziell eher zurück und bei großen Zeitungen können das Größenordnungen sein, die durchaus bedrohlich sind.“ Gleichzeitig bleiben die Personalkosten konstant. Cuturi sprach neuerlich das Thema Sonntagsproduktion an, bei dem er Sparpotenzial ortete. „Das ist ein großer Brocken. Wenn man vernünftige Bedingungen schaffen würde, könnte man hier durchaus etwas erreichen.“

Umbruch

Allerdings sei es für den Zeitungsbereich noch nicht bedrohlich. Einen Umbruch erwartet Cuturi hingegen im Magazinsektor. Hier werde „die Welt nicht so bleiben, wie sie ist“. Trotz positiver Beispiele wie „Servus in Stadt & Land“ ist aus seiner Sicht durchaus mit Zusammenlegungen oder dem Verschwinden einzelner Titel zu rechnen. Allerdings müsse man die nächsten zwei, drei Jahre abwarten. „Österreich ist zwar keine Insel der Seligen, aber der Auflagenrückgang ist beispielsweise nicht so dramatisch wie in Deutschland.“

Rückgänge musste im Vorjahr jedenfalls der Druckverband selbst verschmerzen. So ist die Zahl der Betriebe (-4,2 Prozent) sowie der Beschäftigten (-5,1 Prozent) neuerlich gesunken. Mit ein Grund dafür ist auch der Medienwandel. Nicht zuletzt deshalb werden beim 69. Druckertag, der am Samstag in Lochau über die Bühne gehen wird, im Rahmen einer Podiumsdiskussion neue Herausforderungen für die Branche thematisiert. Zudem steht die Wahl eines neuen Präsidenten an, wird Cuturi doch nach zwei Amtsperioden seine Funktion zurücklegen.

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