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Aus dem Gerichtssaal

Unfall auf Strandstufen: Stadt lehnt Haftung ab

Anhängiger Zivilprozess: Badende rutschte auf Stufen aus und verletzte sich schwer.

seff dünser

Der Badeunfall hat sich in Bregenz auf Betonstufen am Bodenseeufer ereignet – nicht bei den sogenannten Sunsetstufen beim Hafen, sondern an der Mole hinter dem Sporthafen im Stadtteil Vorkloster, nahe beim Gebäude des Segelclubs.

Eine Frau rutschte beim Baden auf einer wegen Algen rutschigen Stufe aus und verletzte sich dabei schwer. Die Verunfallte musste im Landeskrankenhaus Bregenz und danach etwa auch von einem Chiropraktiker behandelt werden.

Die verletzte Frau macht die Landeshauptstadt Bregenz als Erhalterin der Stufen am Bodenseeufer verantwortlich und hat eine Schadenersatzklage eingereicht. In dem anhängigen Zivilprozess fand gestern am Landesgericht Feldkirch die vorbereitende Tagsatzung statt.

Verboten oder erlaubt?

„Wir haften nicht“, sagte Beklagtenvertreter Stefan Aberer. Der Anwalt der beklagten Landeshauptstadt vertritt den Standpunkt, dass die Klägerin das Alleinverschulden trifft. Denn im Unfallbereich sei das Baden verboten.

Das Baden sei dort erlaubt, meint hingegen Klagsvertreter Andreas Droop. Die Mole beim Sporthafen sei ein beliebter Badeort. Dort gebe es ja auch Duschen, mittlerweile seien sogar die Mauern bei den Stufenzugängen zum Bodensee abgetragen worden, ergänzte die Klägerin. An der Unfallstelle wird beim Prozess im Sommer ein Lokal-augenschein vorgenommen werden. Für eine Haftung der Stufenerhalterin sei ihr „prinzipiell grobes Verschulden“ nachzuweisen, sagte Zivilrichterin Sieglinde Stolz.

Das sei nach einer Entscheidung des Innsbrucker Oberlandesgerichts (OLG) allerdings gar nicht notwendig, fügte die Richterin hinzu. Demnach sei ein Spaziergänger auf Panoramastufen durch den Blick auf den Bodensee derart abgelenkt gewesen, dass er nicht vor die eigenen Füße blickte, zu Sturz kam und sich verletzte. Das OLG habe dabei der Erhalterin der Panoramastufen ein Mitverschulden von 50 Prozent an dem Unfall zugeschrieben.

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