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Sechs Millionen Euro werden heuer in Nachhilfe investiert

Finanzschwache Familien müssen immer öfter unbezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen.

Durchschnittlich 753 Euro haben die Betroffenen im laufenden Jahr für Nachhilfeunterricht ausgegeben. Das geht aus einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer (AK) hervor. Diese zeige nach Angaben der Verantwortlichen auch, dass Förderunterricht und Ganztagesschule die Eltern entlasteten. Trotzdem sei die Lernbelastung im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Das Angebot an Ganztagsschulen müsse daher ausgebaut und strengen Qualitätskontrollen unterzogen werden, teilte Gerhard Ouschan, Leiter der AK-Bildungspolitik, in einer Aussendung mit.

Ein Fünftel aller Eltern hat bei der Befragung durch das Institut für Empirische Sozialforschung (IFES) angegeben, dass heuer bezahlte Nachhilfe für die Kinder in Anspruch genommen worden ist. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Allerdings habe jeder zweite Umfrage-Teilnehmer erklärt, durch die schulische Nachmittagsbetreuung sei keine zusätzliche Förderung mehr notwendig.

Weniger erfreulich ist laut Ouschan, dass immer öfter unbezahlte Nachhilfe in Anspruch genommen wird. Da es sich viele Eltern nicht leisten könnten, für den Förderunterricht zu bezahlen. „Das ist ein Alarmzeichen, weit über schulische Belange hinaus. Zudem wird Eltern von der Schule private Nachhilfe für ihre Kinder empfohlen. Das ist bei den Kosten, die unser Schulsystem für den Steuerzahler sowieso schon verursacht, für mich nicht hinnehmbar“, empörte sich der AK-Experte.

Bildungsgerechtigkeit

Bei den Kosten für Nachhilfe liegt Vorarlberg mit durchschnittlich 753 Euro pro betroffenem Haushalt auf Platz zwei hinter Wien (920 Euro). Insgesamt geben die Vorarl­berger Eltern bis Ende des laufenden Schuljahres sechs Millionen Euro für Nachhilfe aus. Österreichweit sind es rund 109 Millionen Euro. „30 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen bis 1600 Euro erhalten von der Schule die Empfehlung, Nachhilfe zu organisieren. Das stellt die Bildungsgerechtigkeit in Frage und beinhaltet sozialpolitischen Sprengstoff“, zeigte sich Ouschan über die Entwicklung für einkommensschwache Familien besorgt.

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