Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Zwei runde Jubiläen, ein großes Fest

50 Jahre Kristbergbahn und 100 Jahre Konsumverein wird an diesem Wochenende im Silbertal gefeiert. Beide Einrichtungen hatten großen Anteil an der Entwicklung des Ortes.

Michael Steinlechner

Doppelten Grund zum Feiern gibt es an diesem Wochenende in Silbertal. So ist der örtliche Konsumverein vor 100 Jahren gegründet worden. Vor 50 Jahren wurde wiederum die erste Personenseilbahn auf den Kristberg gebaut. Mit einem Fest werden die beiden Jubiläen in der Montafoner Gemeinde begangen.

Am 18. März 1914 haben sich 20 Mitglieder zur ersten Sitzung des Konsumvereins getroffen, berichtet dessen heutiger Obmann Josef Dönz und zeigt stolz ein Dokument vor, das dieses Datum bestätigt. Pioniere seien die 20 Beteiligten damals gewesen. Denn der Konsumverein Silbertal sei einer der ersten im Montafon gewesen. Ursprünglich hatten sich die Initiatoren darauf beschränkt, gemeinsam Futtermittel für die Landwirtschaft einzukaufen. „Erst später sind dann auch Lebensmittel dazugekommen. Der Verein hatte als Nahversorger eine große Bedeutung“, erklärt Dönz, der auch die Idee dazu hatte, beide Jubiläen mit einem großen Fest zu feiern.

Auch heute wird noch ein Lebensmittelgeschäft im Ort betrieben. Der Obmann des Konsumvereins ist zugleich dessen Geschäftsführer. Doch die Arbeit ist in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Denn die Menschen sind mobiler als früher. „Es gibt in Silbertal sehr viele Pendler und dann wird halt auch öfter außerhalb eingekauft. Zudem heißt es überall immer ‚Sparen, sparen, sparen‘. Das bedeutet, dass auch für unsere Kunden der Preis eine immer höhere Bedeutung hat“, erzählt Dönz. Ohne die Unterstützung von Gemeinde und Land wäre der Laden heute nicht mehr rentabel zu führen.

Treffpunkt für Einheimische

Einer, der über die Bedeutung des Geschäfts für den Ort Bescheid weiß, ist Willi Säly. Schließlich war der heutige Geschäftsführer der Kristbergbahn 26 Jahre lang Bürgermeis­ter der Gemeinde. „Für viele Einheimische ist der Laden ein Treffpunkt. Und Urlaubsgäste fragen oft nach ihrer Ankunft als erstes, ob es im Ort ein Lebensmittelgeschäft gibt“, berichtet er. Säly weiß nicht nur, welchen Stellenwert der Konsumverein für die Entwicklung des Ortes hatte. Auch die Kristbergbahn hat ihren Teil dazu beigetragen, dass Silbertal nicht nur den Menschen im Montafon ein Begriff ist.

In Sälys Kindheit war dies noch anders. Die heutige Aufstiegshilfe war damals noch eine einfache Materialseilbahn, die auch von Passagieren genutzt worden ist. Der Geschäftsführer selbst hat etwa manchmal seinen Schulweg mithilfe der Aufstiegshilfe bewältigt. „Wollte man ins Tal, hat man mit einem Stock auf das Tragseil geklopft. Dann wusste der Maschinist: ‚Hoppla, da möchte jemand mitfahren.‘ Hatte man es sich dann in der Gondel bequem gemacht, klopfte man nochmal auf das Seil. Dann ging die Fahrt los“, erinnert sich Säly. Damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, spielte der Tourismus noch keine große Rolle. Knapp 300 Nächtigungen wurden etwa Anfang der 1950er-Jahre in der kleinen Montafoner Gemeinde gezählt.

„Und trotzdem haben sich wenige Jahre später einige vorausschauende Bürger zusammengetan, um eine Personenseilbahn auf den Kristberg zu errichten“, berichtet der heutige Geschäftsführer. 20 Mitglieder haben eine Genossenschaft gegründet und teilweise sogar persönliche Bürgschaften übernommen, um den Lift zu bauen. „Manche haben das aber geheim gehalten, weil es sonst zu Hause Ärger gegeben hätte“, sagt Säly und lacht.

Und im Jahr 1964 beförderte erstmals eine richtige Personenseilbahn Fahrgäste auf den Kristberg. Vor allem für die Bewohner der abgelegenen Parzelle war dies eine Erleichterung. Denn diese war nur zum Teil mit Güterwegen erschlossen. 48 Personen pro Stunde konnte die Gondelbahn transportieren. Eine Zahl, die für die damaligen Verhältnisse absolut ausreichend war. Bis 1980 wurden auf dieses Weise 1,9 Millionen Fahrgäste befördert.

Nur wenige Monate Bauzeit

Doch über die Jahre hatte der Fremdenverkehr immer mehr Bedeutung gewonnen. Mehr Menschen wollten auf den Kristberg hinauf. „Es kam teilweise zu sehr langen Wartezeiten. Die Bahn hatte ihre Kapazitätsgrenze erreicht.“ Und so wurde 1988 beschlossen, eine neue Aufstiegshilfe zu errichten. Zu Ostern wurde mit dem Bau begonnen. Bereits am 3. September wurden die ersten Fahrgäste auf den Berg gebracht. Statt 48 Personen pro Stunde konnten nun 250 Passagiere stündlich transportiert werden.

110.000 Menschen benutzen heute im Schnitt jedes Jahr die Kristbergbahn. Egal, ob zum Wandern im Sommer oder zum Skifahren im Winter. Erst kürzlich durften die Verantwortlichen das Zertifikat als „Beste Österreichische Sommer-Bergbahn“ in Empfang nehmen. Knapp 85.000 Nächtigungen werden jedes Jahr in Silbertal verzeichnet. „Und die Kristbergbahn zusammen mit dem Silberpfad und der Silberspielwelt spielen dabei eine wichtige Rolle“, weiß Säly. Schließlich sollen die Gäste während ihres Urlaubes etwas erleben. Sei es bei schönen Wanderungen die Landschaft zu genießen. Oder auf dem Forschungslehrpfad Wissenswertes über die Geschichte des mittelalterlichen Bergbaus zu erfahren. Die Urlauber sollen die Montafoner Gemeinde in guter Erinnerung behalten.

Dies sollen auch die Besucher das Jubiläumsfest am Wochenende. Seit Anfang des Jahres sind Dönz und Säly mit den Vorbereitungen beschäftigt. Haben etwa das Programm zusammengestellt oder freiwillige Helfer gesucht. 60 bis 70 Frauen und Männer werden während der beiden Tage im Einsatz sein. „Die Bewirtung wird von der Feuerwehr übernommen“, berichtet Säly. Ihm und seinem Mitstreiter Josef Dönz ist die Vorfreude anzumerken. Sorgen wegen des Wetters und den in der vergangenen Woche ziemlich kühlen Temperaturen haben die beiden keine. „Für Samstag ist zum Beispiel den ganzen Tag Sonnenschein vorausgesagt. Es kann also nur ein schönes Wochenende werden“, sagt Dönz und lächelt.

Festprogramm

Heute:

ab 11.30 Uhr
Bewirtung
im Festzelt beim Feuerwehrhaus Silbertal

14 und 15.30 Uhr: Führungen im Dorf zur Geschichte von Konsum und Kristbergbahn

17 bis 20 Uhr: Unterhaltung mit DJ Jussel

ab 20 Uhr: Festabend mit
dem „Zillertaler Gipfelwind“

Knappenclub-Kinderfest am ­Kristberg:

ab 11.30 Uhr
Mittagessen im Festzelt
anschließend Bergfahrt
Kristbergbahn

13 bis 16.30 Uhr: Kinderschminken, Ballonmodellage, Spiele- und Malstation,
Hüpfburg, Waldwichtel-
abenteuer, Rätselspaß

14 und 15.30 Uhr:
Silberpfad-Führungen

17 Uhr: Auflösung des
Knappenclub-Rätsels im Festzelt

Sonntag:

8.30 Uhr: Gottesdienst im Festzelt

ab 10 Uhr Frühschoppen mit
der Bürgermusik Silbertal,
Kabarett mit Markus Linder

ab 13 Uhr musikalische
Unterhaltung mit „Zillertaler Gipfelwind“

17 Uhr: Verlosung
Tombolapreise

Artikel 1 von 11
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.