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„Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg“

Nach Verlusten von mehr als einer Million Euro 2012 gab es 2013 eine schwarze Null. Die Zukunft gehöre energieeffizienten, wirtschaftlichen und komfortablen Systemen, sagt Christof Drexel.

Das Niedrigenergie- und Passivhaustechnikunternehmen drexel und weiss aus Wolfurt hat sich im Geschäftsjahr 2013 konsolidiert. Nach Verlusten in Höhe von mehr als einer Million Euro im Jahr 2012 sei im Vorjahr knapp eine schwarze Null erzielt worden, erklärten die geschäftsführenden Gesellschafter Christof Drexel und Bernhard Rauter. Mit einem Umsatz von rund 8,2 Millionen Euro habe man nur einen leichten Rückgang hinnehmen müssen.

Rückzug aus Frankreich

Drexel und Rauter begründen die Entwicklung zum einen damit, dass drexel und weiss 2013 den Rückzug vom französischen Markt abgeschlossen habe. Denn die Präsenz einer eigenen Tochterfirma bei Lyon habe in den vergangenen drei Jahren nicht die erwartete Entwicklung mit sich gebracht. Im Gegenteil: Das Tochterunternehmen habe lediglich Verluste eingefahren, denn Frankreich gelte als eher schwieriger Markt. Den Höhepunkt dieser Entwicklung gab es dann 2012 mit der beschlossenen Schließung der Niederlassung. Da zog die Frankreich-Tochter das Wolfurter Unternehmen deutlich in die Verlustzone. Der französische Markt werde jetzt nur noch über Generalvertretungen bearbeitet. Zum anderen brachte drexel und weiss im Vorjahr einen erneuten Eigentümerwechsel innerhalb kürzerer Zeit hinter sich. Nachdem sich der dänische Investor VKR Holding zurückgezogen hatte, übernahm der langjährige Schweizer Geschäftspartner Josias Gasser Baumaterialien AG 90 Prozent der Firmenanteile. Die restlichen Anteile behielten Drexel und Rauter. „Im Vorjahr ist sehr viel passiert. Und so ein Eigentümerwechsel ist immer eine große Herausforderung, die viel interne Energie bindet“, erklärt Drexel. So sei 2013 zwar kein einfaches Jahr gewesen, aber man sei gestärkt und effizienter aufgestellt daraus hervorgegangen. „Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg und haben uns 2013 konsolidiert.“ Die Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer bezeichnen Drexel und Rauter als „zufriedenstellend“, da man sich schon seit Jahren teilweise persönlich gut kenne.

Nicht nur eine Technologie

Das vor 14 Jahren von Reinhard Weiss und Christof Drexel gegründete Unternehmen gilt weit über Vorarlbergs Grenzen hinaus als Pionier beim Thema Passivhaustechnik. Doch genau dieser Umstand stellt drexel und weiss jetzt vor eine besondere unternehmerische Herausforderung beim Auftritt gegenüber potenziellen Kunden. Denn während der Markt für Passivhäuser nach Darstellung von Drexel in den vergangenen fünf bis sechs Jahren stagniert hat, gebe es eine steigende Nachfrage nach Niedrigenergiehäusern. „In den Köpfen von vielen Kunden gelten wir jedoch noch immer als reines Passivhaustechnik-Unternehmen, was wir allerdings schon lange nicht mehr sind“, sagt Drexel. Das Unternehmen biete technische Systeme sowohl für Niedrigenergie- als auch für Passivhäuser an. Man habe Technologien für alle
energiesparenden Häuser.

„Der reine Passivhaus-Standard wird sich nicht durchsetzen, das zeigt eindeutig die Marktentwicklung auch außerhalb von Vorarlberg. Das Konzept wird von den Kunden nicht angenommen, da gerade die letzten paar Einsparungsprozente im Verhältnis viel zu viel Geld kosten. Und wenn sich ein System nicht durchsetzt, dann ist es halt auch nicht das richtige“, findet Drexel klare Worte. Man müsse wegkommen vom „Dogma der 15 Kilowattstunden“, dem definierten maximalen Heizwärmebedarf eines Passivhauses pro Quadratmeter und Jahr. Viel wichtiger sei es, dass der Häuslebauer ein durchdachtes, wirtschaftlich vertretbares und komfortables Heizungs- und Warmwasseraufbereitungssys-tem bei sich einbauen lasse. „Und wenn er dann halt auf 22 Kilowattstunden kommt, dann ist das auch noch immer ein sehr guter Wert.“ Als fixen Bestandteil aller zukünftigen Heizungssysteme bezeichnet Drexel allerdings die komfortable automatische Be- und Entlüftung in Energiesparhäusern. „Das hat sich bereits durchgesetzt, die Kunden nehmen es an.“

Für das Geschäftsjahr 2014 erwarten Drexel und Rauter einen Umsatz von etwa 8,5 Millionen Euro und „deutlich schwarze Zahlen“. Die Verantwortlichen wollen sich nur noch auf die Zielmärkte Österreich, Deutschland und die Schweiz konzentrieren. Der Auslandsanteil belaufe sich auf etwa 40 Prozent, wobei die Schweiz derzeit für drexel und weiss der wichtigste beziehungsweise größte Absatzmarkt sei. Dennoch sei das Unternehmen jetzt auch beim deutschen Nachbarn sehr erfolgreich unterwegs, erklärte Rauter. Die Vertriebsniederlassung in Langenau bei Ulm sei mit drei Mitarbeitern effizienter aufgestellt.

Die Niedrigenergie- und Passivhaustechnik von drexel und weiss kommt zu 90 Prozent im Wohnbau (Einfamilienhäuser, Geschosswohnbau) zum Einsatz. Gewerbeimmobilien würden eine untergeordnete Rolle spielen. Angeboten werden Komfortlüftungsgeräte, Kompaktgeräte und semizentrale Systeme. Das Unternehmen beschäftigt 48 Mitarbeiter und hat eine sechsköpfige Geschäftsleitung. Dazu gehören neben Drexel und Rauter auch Bernhard Kramer, Alexander Kirchner, Thomas Doppelbauer und jetzt neu Martin Steinhart. Er folgte auf Rudolf Heinzle, der in Pension ging.

„Der reine Passivhaus-Standard wird sich nicht durchsetzen, das zeigt eindeutig die Marktent- wicklung.“

Christof Drexel, geschäftsführender Gesellschafter
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