Adi Gross plädiert für Engergieeffizienzfonds

Bregenz. Rund 450 Millionen Euro zahlen die Vorarlberger jährlich für Energieexporte aus Saudi Arabien oder Russland, sagt Bernd Bösch, Energiesprecher der Grünen. Nicht zuletzt deshalb wäre die angestrebte Energieautonomie auch wirtschaftlich sinnvoll.

Was die für 2020 angepeilten Ziele angeht, gebe es „akzeptable Entwicklungen“, aber eben auch Verbesserungsbedarf. Zum Beispiel im Bereich Verkehr oder beim Stromverbrauch. „Statt einer Reduktion ist lediglich eine Stagnation eingetreten“, kritisiert Bösch. Vom Ziel, den Verbrauch bis 2020 um 17 Prozent zu senken, seien die Vorarlberger weit entfernt.

Finanzierung durch Fonds

Adi Gross, ehemaliger Leiter des Energieinstituts und Kandidat der Grünen bei den Landtagswahlen, setzt auf einen Energieeffizienzfonds zur Reduktion des Stromverbrauchs und der Stromkosten. „Mit kostengünstigen Maßnahmen kann nicht nur in Haushalten, sondern auch in der Wirtschaft viel Geld eingespart werden“, erklärt Gross. Die Umsetzung der Maßnahmen könnte dabei über einen Fonds finanziert werden, dessen Mittel für Stromeffizienzmaßnahmen gebunden sind.

Konkret schwebt Gross vor, dass in privaten Haushalten alte Kühlgeräte ausgetauscht werden. Effiziente Umweltpumpen und Wassersparduschköpfe sollten eingebaut, ineffiziente Beleuchtungskörper ausgetauscht werden. „Die Förderung deckt bei Kühlgeräten und Umwälzpumpen die gesamten Mehrkosten ab. Bei LED-Lampen und bei Duschköpfen je 20 Euro“, rechnet Gross vor. Würden in einem Haushalt alle genannten Maßnahmen durchgeführt, sollte dies zu einer Ersparnis von bis zu 270 Euro pro Jahr und rund 30 Prozent des Stromverbrauchs führen.

Auch für Handel, Gewerbe und Industrie könnte ein Investitionsförderprogramm mit einer Förderhöhe von 50 Prozent der Investitionskosten eingeführt werden. Die jährlichen Kosten hierfür würden bei 3,5 Millionen Euro liegen. Die Finanzierung sollte über eine auf Dauer der Kampagne befristete Abgabe auf Strom in der Höhe von 0,25 Cent pro KWh finanziert werden.

Auf wenig Begeisterung stieß Gross mit seinen Ideen bei der ÖVP. „Mit der Kritik stellt sich der bisherige Energiekoordinator des Landes selbst ein schlechtes Arbeitszeugnis aus“, meinte Umweltsprecher Thomas Kaufmann.

Sonja Schlingensiepen

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