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Aus dem Gerichtssaal

Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung

19-Jährige hatte 31-jährigem Unterländer vorgeworfen, sie vergewaltigt zu haben. Richter Martin Mitteregger urteilte im Zweifel für den Angeklagten.

Michael Steinlechner

Freigesprochen wurde am Dienstag ein 31-jähriger Profisportler vom Vorwurf der Vergewaltigung. Eine junge Frau hatte ihm vorgeworfen, sie im Oktober vergangenen Jahres zum Oralsex gezwungen zu haben. Richter Martin Mitter­egger bezeichnete beim Prozess am Landesgericht Feldkirch ihre Aussage zwar als glaubwürdig. Jedoch könne dies ebenso über die Version des Angeklagten gesagt werden, der die Vorwürfe abstritt. „Es lässt sich nicht feststellen, was damals passiert ist“, erklärte der Richter. Daher sei der Sportler freizusprechen. Der Staatsanwalt hat auf Rechtsmittel verzichtet. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Kennengelernt hatten sich der 31-Jährige und die 19-Jährige im vergangenen September. Danach hätten sie sich mehrere Male getroffen, seien etwa im Kino gewesen, berichtete der Angeklagte. Er habe ihr jedoch von Anfang an gesagt, dass er nicht an einer fixen Beziehung interessiert sei. „Ich war immer ehrlich zu ihr“, betonte der Unterländer.

Von den Vorwürfen hat er erst durch die Anzeige erfahren. Er soll die junge Frau in der Nacht von 13. auf den 14. Oktober zu sich nach Hause eingeladen und später zu sexuellen Handlungen genötigt haben, heißt es darin. Als der Angeklagte die Anschuldigungen während der Verhandlung erneut zu hören bekam, reagierte er mit einem Kopfschütteln.

Verschiedene Erwartungen

Richter Mitteregger sprach in seiner Urteilsbegründung von „einem Ungleichgewicht“ in der Beziehung zwischen den beiden. Auf der einen Seite der bekannte Sportler, der vielen als Vorbild diene. Auf der anderen Seite die junge Schülerin. Es sei daher durchaus möglich, dass es unterschiedliche Erwartungen bezüglich der Beziehung zueinander gegeben habe. Umso größer sei die Enttäuschung der Frau gewesen, als bei der Einladung in die Wohnung des 31-Jährigen auch einige seiner Freunde dabei gewesen seien. „Sie hatte sich etwas anderes erhofft“, meinte Mitteregger.

Vor allem eine Tatsache spricht nach seien Angaben gegen eine Vergewaltigung. So sei die 19-Jährige nach der angeblichen Tat bereits auf dem Nachhauseweg gewesen. Nach einem Anruf des Angeklagten sei sie jedoch wieder zu seiner Wohnung gefahren und habe ihn abgeholt. Danach habe der Sportler die Nacht bei ihr verbracht. Auf diesen Widerspruch hatte zuvor bereits Reinhard Weber, Rechtsanwalt des Angeklagten, hingewiesen und einen Freispruch gefordert. Der schließlich auch ausgesprochen wurde.

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