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„Grüne Ideen“ aus Dalaas sind überall gefragt

Mit zwei Bürgerbeteiligungsprojekten – einer Solaranlage und einer LED-Straßenbeleuchtung – haben die Dalaaser für Aufsehen gesorgt.

Ziemlich hoch war der Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung in der kleinen Klostertalgemeinde Wald/Dalaas. Allein 60 Prozent des Gesamtverbrauchs wurde für die allabendliche Beleuchtung aufgewendet. „Seitens der Gemeinde haben wir überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, uns energieeffizienter aufzustellen“, berichtet Bürgermeister Christian Gantner. Nach einigen Überlegungen wurde beschlossen, die alten Quecksilberdampflampen gegen LED-Lampen zu tauschen. Statt 77.000 kWh sollen nur noch 11.000 kWh benötigt werden. „Das dürfte eine Ersparnis von 8500 bis 9000 Euro bringen“, sagt Gantner. Das Projekt bekam den Namen: „Helmut … Mut zu hellen Ideen!“ und wurde der Klostertaler Bevölkerung präsentiert. Ähnlich wie bereits beim Bau der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Volksschule, hatten die Bewohner die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Für 1000 Euro konnte je ein Anteil in Form eines „LichtSCHEIN“ erworben werden.

„Innerhalb von zehn Tagen waren über 100.000 Euro aus der Bevölkerung zusammengekommen, und die LichtSCHEINE ausverkauft“, erzählt Gantner. Von der Hausfrau bis zu den Pensionisten hatten sich Menschen gefunden, die sich für das Thema Nachhaltigkeit und Energie begeistern ließen. „Die Bevölkerung ist durchaus bereit, sich von den Zuschauerrängen zu erheben und einen Teil der Verantwortung in der Gemeinde mitzutragen.“

Ein Anteil entspricht zwei LED-Straßenlaternen. „Wer wollte, konnte sogar ein Pickerl auf seine Laterne kleben. Und so mit der Freundin jeden Abend unter dem Licht seiner eigenen Laterne spazieren gehen“, sagt Gantner und lacht.

Wer Anteile an Helmut erworben hatte, hat auch finanziell keinen schlechten Deal abgeschlossen: Die Verzinsung beträgt 3,25 Prozent. Das entspricht einer Sparbuchverzinsung von 4,3 Prozent, da ja die Kapitalertragsteuer anfällt.

Ähnlich gute Zinsen fallen auch für diejenigen ab, die sich an dem Solarprojekt „Sonja … sag ja zur Sonne!“ beteiligt haben. Beim Vorgängerprojekt, konnten Anteilseigner für 1000 Euro zwei Photovoltaik-Module auf dem Dach der Volksschule in Wald erwerben. Die Verzinsung beträgt 3,46 Prozent beziehungsweise 4,5 Prozent Sparbuchzinsen.

Hoher Eigenbedarf

Der erzeugte Strom wird zum Teil innerhalb des Gebäudes verbraucht. „Volksschüler, Ferien- und Jugendheim-Gäste, Kindergarten-Kinder und Spielgruppen profitieren davon. Der nicht benötigte Strom fließt in den Ökostromtopf der illwerke/vkw“, erklärt der Bürgermeister.

Für Gantner ist wichtig: „Grüne Ideen müssen auch finanzierbar – oder wie in unserem Fall kostendeckend sein – nur so können sie langfristig Erfolg haben.“ Ebenso von Bedeutung ist natürlich, dass die Ideen von den Bürgern mitgetragen würden. „Meistens kommen diese ja nur in Kontakt mit der Gemeinde, wenn eine Rechnung bezahlt werden muss oder der Bürgermeister wegen irgendeiner Beschwerde anruft“, weiß Gantner. „Unsere Projekte sind eine sympathische und nachhaltige Art und Weise mit den Bürgern in Kontakt zu treten.“

Der positive Nebeneffekt beim Bürgerbeteiligungsprojekt: Etwaig auftretende Diskussionen am Stammtisch zur neuen Beleuchtung waren schnell erledigt, da jedes Mal ein paar „Anteilbesitzer“ dabei saßen und sich natürlich keine Kritik über „ihre“ Straßenbeleuchtung gefallen ließen.

In der Tat ist es so, dass das LED-Licht heller und der Übergang zwischen beleuchteter und unbeleuchteter Umgebung wesentlich schärfer ist.

Wer sich am Helmut-Projekt beteiligt hatte, bekam auch drei LED-Lampen für den Hausgebrauch. Natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken. „Uns ist es auch darum gegangen, die LED-Technologie von der Straße in die Wohnzimmer zu bringen und die Menschen von den Vorteilen, die diese Lampen bringen zu überzeugen. Und Vorurteilen entgegen zu wirken – etwa jenen, dass LED-Lampen kaltes Licht ausstrahlen und Stunden brauchen um warm zu werden.“

Zahlreiche Anfragen aus ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz sind im Dalaaser Gemeindeamt inzwischen eingegangen. In Tirol war Gantner mittlerweile bereits zu mehreren Workshops und Veranstaltungen als Referent eingeladen.

Sonja Schlingensiepen

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