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Jägerlatein

Schlechte Trink-, gute Jobaussichten

Zwei Ereignisse der letzten Tage haben mich doch überrascht: Das abrupte Alkoholverbot am Kornmarktplatz und die Kandidatur von Christoph Waibel. Zum Kornmarkt: Es ist einerseits schade, dass es soweit kommen musste, andererseits hatte die Stadtverwaltung keine andere Möglichkeit. Seit der Eröffnung des Platzes fanden dort zahlreiche Menschen mit allzu viel Freizeit und ebenso viel Lust auf Alkohol eine Art „neue Heimat“. Jetzt bin ich zwar der Meinung, dass jeder so leben darf, wie er will, erwarte diese Toleranz aber auch von Menschen, die nicht der hier üblichen Norm entsprechen, gegenüber „Normalos“. Aber da die Damen und Herren am Platz ja nicht gemütlich auf dem Bänkle sitzen und ihr Bierchen genießen, sondern lautstark pöbeln, manchmal körperlich aufeinander losgehen, Vorbeigehenden vor die Füße spucken, ihre Notdurft an dafür nicht vorgesehenen Plätzen verrichten und eine beträchtliche (nicht angeleinte) Hundepopulation ihr eigen nennen, waren die Zustände – und das nicht nur für ältere Frauen und Kinder – einfach nicht mehr zumutbar. Gerade bei der Veranstaltung „Stadt der Kinder“ wurde auf diese derart wenig Rücksicht genommen, dass nicht nur den Stadtvätern zurecht der Kragen platzte. Daher wurde im Schnellverfahren das Alkoholverbot für den Kornmarktplatz – dies gilt natürlich nicht für die Straßencafés und genehmigte Veranstaltungen wie etwa das Stadtfest – ausgesprochen. Damit ist zwar dort die Situation wohl recht schnell bereinigt, das Problem an sich aber nicht gelöst. Und die – nennen wir’s mal beim Namen – „Sandler“ (die keineswegs alle aus Bregenz stammen) werden sich wohl wieder Richtung See orientieren, wo die in Zukunft eingesetzten privaten Securities Schwierigkeiten bekommen könnten, der Lage Herr zu werden. Denn am Seeufer gibt es zwar ein Glasflaschen-, nicht aber ein Alkoholverbot. Ach ja, die Lösung des Problems? Sorry, habe ich auch keine.

Was ich ebenfalls nicht habe ist ein lukrativer Job in der Politik, oder besser gesagt: noch nicht. Derzeit scheinen nämlich ehemalige Journalisten als Quereinsteiger – und das auch quer durch die politischen Farben – sehr gefragt zu sein. Nach Herrn Freund ist auch Herr Waibel, den ich gut kenne und durchaus mag, bei der Steuerung von Staat und Gesellschaft (so die wikipedia-Definition von Politik) gelandet. Ob nun die FPÖ oder die Neos die Wunschheimat des langjährigen ORF-Moderators ist, erschließt sich mir aus der Berichterstattung noch nicht ganz. Erstere garantieren ihm jedenfalls einen sicheren Platz im Landtag. Wie er diesen nützt, werden wir sehen – ich persönlich mache mir nun jedenfalls ein bisschen weniger Sorgen um mein Auskommen, sollte mich die Journaille einmal verstoßen …

Raimund Tschako Jäger

Hinweis: Der Inhalt dieser Kolumne muss nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

raimund.jaeger@russmedia.com

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