Serienbankräuber hat erneut zugeschlagen

Überfall auf die Sparkasse in Dornbirn-Hatlerdorf am Mittwoch war der achte Coup des „Postkartenräubers“. Täter erstmals ohne Maske zu sehen.

Die Ermittler der Polizei vermuten hinter dem vermummten Täter, der am Mittwoch in Dornbirn eine Bank überfallen hat, einen Serientäter, der als „Postkarten-Räuber“ bekannt ist. Der Mann soll seit 2008 acht Bank- und Postfilialen beraubt haben, informierte das Landeskriminalamt (LKA) am Freitag. Nun soll die Fahndung nach dem Unbekannten erneut intensiviert werden.

Zum ersten Mal ist der Mann am 11. August 2008 in Aktion getreten, als er eine Sparkassenfiliale in Feldkirch-Altenstadt überfallen hat. Gut sieben Monate später, am 9. März 2009, soll er die Postgeschäftsstelle in Feldkirch-Altenstadt beraubt haben. Am 4. Mai 2009 schlug er in der Post in Dornbirn-Haselstauden zu, am 16. Juli 2009 in der Sparkasse in Bregenz-Weidach. Es folgten zwei Überfälle auf die Post in Feldkirch-Tisis am 14. Jänner 2010 und am 2. August 2010. Am 9. Juli 2012 suchte er sich die Volksbankfiliale in Bregenz-Vorkloster als Ziel aus.

In den Medien wurde der Mann als „Postkarten-Räuber“ bekannt, nachdem er sich zweimal per Postkarte bei den Ermittlern meldete: „Das war noch nicht alles. Komme wieder“, schrieb er unter anderem. 2009/10 wurde bei der Polizei eine Sonderkommission eingerichtet. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch aus. „Der Mann hatte bisher einfach Glück“, sagte Stefan Schlosser vom LKA. Zur Höhe der Summe, die der Täter bisher erbeutet hat, wollte er keine Auskunft geben. Die Taten wurden immer kurz vor Geschäftsschluss begangen. Der Räuber hatte jedes Mal ein Messer oder eine Schusswaffe dabei, verletzte aber nie jemanden.

Konkrete Hinweise

Der Überfall am Mittwoch auf die Sparkasse in Dornbirn-Hatlerdorf dürfte der achte Coup des Unbekannten gewesen sein. Bisher seien zu diesem Fall sechs konkrete Hinweise eingegangen. Der entscheidende Tipp sei aber noch nicht dabei gewesen, berichtete Susanne Dilp, Sprecherin der Landespolizeidirektion. Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler nun vor allem durch die neuen Fahndungsfotos. Denn erstmals ist der Bankräuber ohne Maskierung zu sehen. Zudem hatte er bei der Tat eine auffällige Tasche dabei.

Mittlerweile wurde auch der Fluchtweg des Täters re­konstruiert. Nachdem er die Bank verlassen hat, dürfte er nach links in die Leopoldstraße und zur Rückseite des Geldinstituts gelaufen sein. Danach ging er wieder zur Hatlerstraße und überquerte diese. Zuletzt wurde er im Kreuzungsbereich zwischen Mittelfeldstraße und Mühlebacherstraße gesehen.

Bei dem Unbekannten, der sich mit den Taten wahrscheinlich seinen Lebensunterhalt finanziert, dürfte es sich um einen 1,85 Meter großen Vorarl­berger im Alter zwischen 45 und 55 Jahren handeln. Der Mann ist Rechtshänder und von normaler bis kräftiger Statur. Sein Lebensmittelpunkt befinde sich wahrscheinlich zwischen Bregenz und Dornbirn. Es sei davon auszugehen, dass er über die Jahre nicht immer Vollzeit beschäftigt oder möglicherweise sogar arbeitslos war, sagte Schlosser. „Er gehört eher in die Kategorie unauffälliger Nachbar – eine Person, der man einen Überfall nicht zutrauen würde“, skizzierte er das Täterprofil.

3500 Euro Belohnung

Derzeit konzentrieren sich die Ermittler darauf, mögliche Anlaufstellen des Unbekannten zu suchen – etwa Lokale oder Imbissstuben. Infrage kämen dabei vor allem die Gemeinden Kennelbach, Wolfurt, Lauterach und Schwarzach. Zudem sollen Fahndungsplakate ausgehängt werden. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurde eine Belohnung von 3500 Euro ausgesetzt.

Hinweise nehmen das Landeskriminalamt (Tel. 059133/80-3333) und jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Artikel 1 von 11
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.