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Ein PLÄDOYER FÜRS ESSEN

Andrea Milstein

Wie Umgebung die Esskultur beeinflusst

Jeder hat Essvorlieben. Ein Lieblingsgericht, mit dem Jugenderinnerungen verbunden sind, ein Lieblingslokal, das durch den Besuch mit den Eltern oder Großeltern zur Tradition geworden ist.

Wer denkt nicht gerne an solche Momente zurück. Für manche ist es ein Teller Käsknöpfle mit knusprig gebratenen Zwiebeln, für andere der Sonntagsbraten mit Kartoffelknödel oder die Schwarzwälder Torte aus dem Cafe, die die Tante bei ihren Besuchen mitbrachte. Glücklich, wer sich an solche Momente erinnern kann.

Die Esskultur wird von der Umgebung bestimmt. Jedenfalls bis vor Kurzem und bevor die Lebensmittelindustrie anfing, sich großangelegt in unser Essen einzumischen. Man braucht keine wissenschaftlichen Beweise, um zu wissen, dass Sachen, die man als Kind gegessen hat, auch später noch oft angenehme Emotionen aufkommen lassen. Um das wohlige Gefühl von damals zu wiederholen, hilft man sich schlichtweg mit dem Kochen und anschließendem genüsslichen Verspeisen der Lieblingsgerichte aus vergangener Kinderzeit.

Ein Kindergeburtstag bei McDonald’s gefeiert klingt harmlos, setzt aber deutlich die falschen Vorzeichen. Im Ursprungsland von Fast Food, in Amerika, sind die Auswirkungen dieser Art der Ernährung inzwischen für jedermann sichtbar. Laut einer vor Kurzem erschienenen Studie werden bis in 20 Jahren 90 Prozent aller Amerikaner übergewichtig oder fettleibig sein. Speziell sind Kinder davon betroffen. Mehr als bedenklich ist, dass die Lebenserwartung dieser Generation von Kindern als geringer angesetzt wird als die von deren Eltern.

Wie unschwer zu erraten ist, liegen die Ursachen für diese Entwicklung in den Essgewohnheiten, die in der Kindheit erlernt worden sind.

Wenn Kindheitserinnerungen rund um essbare Substanzen geformt werden, die in den vergangenen 30 Jahren von Marketingabteilungen großer Lebensmittelkonzerne erdacht worden sind, geht nicht nur den betroffenen Kindern etwas verloren. Von der Einbuße der Gesundheit einmal ganz abgesehen. Wenn ein doppelter Cheesburger die selben Bereiche im Gehirn aufleuchten lässt wie der von der Oma zubereitete Hackbraten, dann haben die Fast-Food-Ketten ihr Spiel gewonnen.

Bei dieser Art der Manipulation muss man schon richtig kreativ werden, um dem Teufelskreis zu entkommen.

Andrea Milstein leitet das Kochstudio essküche Götzis. Interessierte können sie telefonisch erreichen (Telefon: 0699/13213261) oder sie per E-Mail (info@esskueche.com) kontaktieren (mehr zur essküche unter www.esskueche.com).

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