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KATER MURZ IM GESPRÄCH

Zukunftsprogramm gegen den Hunger

Na, Christoph? Ich hoffe, Du hast gut gegessen und bist nicht mehr hungrig.

christoph waibel: Danke, ich kann nicht klagen. Aber wieso sollte ich hungrig sein? Wenn das eine Anspielung auf mein früheres ORF-Gehalt sein soll, dann bist Du auf dem Holzweg. Das war nicht so üppig wie das vom Eugen Freund. Oder dessen Abfertigung.

Ui, ich sehe schon. Der Dieter hat Dich gut auf Dein Gespräch mit mir vorbereitet. Aber da liegst Du jetzt falsch. Das sollte keine Anspielung auf dein ORF-Gehalt sein. Ich habe nur gefragt, weil letztens bei uns in der NEUE zu lesen war, wie sehr Du den Pizza-Knaben und den Mann vom Döner-Stand gelobt hast. Da dachte ich mir, Du seist bei dem Gespräch wohl hungrig gewesen.

Waibel: Nein, das war ich nicht. Die Beispiele sind mir nur spontan eingefallen.

Aber hättest Du Dir da nicht ein paar andere Sachen einfallen lassen können? So ein bisschen klischeehaft war die Antwort schon, oder?

Waibel: Möglicherweise, aber darum geht es nicht. Es geht darum, weg von den Pauschalisierungen zu kommen.

Und da hast Du bei der FPÖ Deine politische Heimat gefunden?

Waibel: Genau.

Nachdem Du Dir das Parteiprogramm angeschaut has­t? Und dabei „bei den Vorarl­berger Freiheitlichen und Dieter Egger eine 100%ige Übereinstimmung gefunden“ hast, wie der Dieter so schön auf Facebook gepostet hat?

Waibel: Ja.

Das wundert mich jetzt.

Waibel: Wieso denn das?

Naja, in ihrem Zukunftsprogramm für Vorarlberg wird von den Freiheitlichen nicht unbedingt ein differenziertes Bild gezeichnet. Da ist von einer „türkischen Parallelgesellschaft“ die Rede, die auf „archaischen Strukturen“ basiert. Demnach haben junge türkische Männer auch keinen „Zugang zur Sprache und somit zur Bildung und den westlichen Werten“. Die Mädchen müssen Kopftücher tragen oder werden zwangsverheiratet. Dazu wird gefordert, „die Muslime müssen ihr Leben nach den Regeln des modernen Europa und nicht nach den Regeln eines anatolischen Dorfes führen“. Das klingt nicht nach wenigen, die noch ins Boot geholt werden müssen, wie Du das so schön formuliert hast.

Waibel: Ach, Murz. Dass Du immer jedes Wort auf die Goldwaage legen musst. Ich bin ja noch nicht so lange in der Politik und bei den Freiheitlichen aktiv. Das ändert sich jetzt alles.

Das werden wir ja sehen. Und wenn nicht, könntet Ihr im Wahlkampf zumindest eine Tour durch das Land unternehmen. Da besucht Ihr dann halt keine Industriebetriebe wie der Walli, sondern Dönerstände und Pizzerien.

Waibel: Würdest Du mich dann wählen?

Das weiß ich noch nicht. Einen Pluspunkt hast Du auf jeden Fall schon gesammelt.

Waibel: Ach ja? Wie das?

Naja, während die anderen Politiker alles dafür tun, um zum ORF zu kommen, bist Du den umgekehrten Weg gegangen. Nichts wie weg!

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