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Aus dem Gerichtssaal

Sechs Jahre Haft: 120 Gramm Marihuana geraubt

Drogendealer mit Messer beraubt: Strafen von zumindest sechs Jahren Haft für drei mehrfach Vorbestrafte wegen schweren Raubes.

Seff Dünser

Drogenkonsumenten haben einen Großdealer mit einem Messer bedroht und ihm 120 Gramm Marihuana geraubt. Zudem haben die jungen Vorbestraften türkischer Herkunft dem Dealer zwischen drei und acht Kilo Marihuana abgekauft. Welche Strafen sind hier angemessen?

Das Landesgericht Feldkirch verhängte Haftstrafen von zumindest sechs Jahren – keines der Urteile ist rechtskräftig. Der Schöffensenat blieb damit trotz der vielen Vorstrafen der drei Untersuchungshäftlinge am unteren Rand des Strafrahmens von fünf bis 15 Jahren Gefängnis für schweren Raub.

Das anhängige Strafverfahren belegt für Verteidiger Nicolas Stieger die Notwendigkeit der vom Justizministerium angestrebten Reform des Strafgesetzbuches. Auch das Delikt des schweren Raubes gehört nach Ansicht des Rechtsanwalts entschärft. Er könnte sich vorstellen, dass die Mindeststrafe für einen bewaffneten Überfall von fünf Haftjahren auf eines herabgesetzt wird. Dann wären die Strafen im Raubprozess im Drogenmilieu nicht derart hoch ausgefallen, meint Stieger.

Viele Vorstrafen

Sein mit 14 Vorstrafen belasteter, 26-jähriger Mandant wurde zu einer Zusatzstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dagegen meldete Stieger ebenso Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an wie sein Kollege Matthias Kucera. Dessen achtfach vorbestrafter Mandant (22) erhielt als Aufpasser eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Bedenkzeit erbat sich der von Manuel Dietrich verteidige Drittangeklagte, der das Messer gezückt hatte. Über den 22-Jährigen mit acht Vorstrafen wurde eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verhängt.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Bettina Ecker-Gorny war der sich auf die Angaben des mutmaßlichen Opfers stützenden Anklage gefolgt. Demnach haben die drei Angeklagten im Sommer 2013 einen 19-Jährigen in dessen Wohnung in einer Hofsteiggemeinde mit einem Messer bedroht und ihm 120 Gramm Marihuana abgenommen. Die Verteidiger haben dazu Freisprüche für ihre Mandanten gefordert. Der Drittangeklagte, der das Messer zog, gab vor der Polizei an, er habe den Großdealer abzocken wollen.

Der 19-Jährige war der Buchhalter einer Bande, die 116 Kilogramm Marihuana aus der Schweiz geschmuggelt und in Vorarlberg verkauft hat. Dafür kam der umfassend geständige Vorbestrafte heuer am 28. April am Landesgericht mit dreieinhalb Jahren Gefängnis davon.

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