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interview

Damit Träume Realität werden können

Kommende Woche findet der Trialog 2015 der Lebenshilfe statt. Worum es dabei geht, erklärt der Leiter der Mobilen Dienste der Lebenshilfe, Georg Matzak.

Der Trialog der Lebenshilfe Vorarlberg in der kommenden Woche steht unter dem Thema „persönliche Zukunftsplanung“. Können Sie das näher erläutern?

georg Matzak: Bei der persönlichen Zukunftsplanung geht es im Wesentlichen darum, mit Menschen, die wir begleiten, genau hinzuschauen, was ihre Wünsche, Träume, Lebensentwürfe und vor allem Ziele sind. In einem gemeinsamen Prozess schauen wir dann, welche konkreten und handfesten Ziele mittelfristig vorhanden und verwirklichbar sind. Dabei gibt es drei Formate: eine Lagebesprechung, Maps (making action plans, Anm.), also Aktionspläne machen, und Path. Letzteres stand ursprünglich für „planing alternative tomorrows with hope“ und bedeutet so viel wie hoffnungsvolle Alternativen für die Zukunft planen. Es geht somit darum, Menschen mit Behinderung zu unterstützen, eine Vorstellung einer für sie erstrebenswerten Zukunft zu bekommen.

Welche Probleme können dabei auftreten?

Matzak: Manchmal ist es sehr schwer, gerade bei Menschen, die vielleicht nicht lautsprachlich kommunizieren können oder hohen und höchsten Unterstützungsbedarf haben. Da sind die Ziele dann vielleicht kleiner, aber der Prozess und die Haltung sind dieselben. Und es sind zum Teil langwierige Prozesse, die ganz viele Gespräche erfordern. Wichtig ist es aber, und das gilt nicht nur für Menschen mit Behinderungen, eine Beziehung aufzubauen. Man muss mit den Personen, mit denen man arbeitet, in Beziehung, im Dialog sein. Bei den Personen, die wir begleiten, kommt erschwerend hinzu, dass sie oft sehr wenige Sozialkontakte haben und da ist es dann wesentlich, einen Unterstützerkreis aufzubauen, weil die soziale Teilhabe sehr wichtig ist. Zu so einem Unterstützerkreis kann etwa auch die Verkäuferin aus dem Supermarkt gehören, mit der der Betroffene beim täglichen Einkauf spricht.

Seit wann gibt es dieses Konzept?

Matzak: Es wurde in den 80er/90er-Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt und vielfach erprobt. Vom angloamerikanischen Raum ausgehend hat es sich im Laufe der Zeit auch im deutschsprachigen etabliert.

Ihre diesjährige Gastreferentin Beth Mount ist auch US-Amerikanerin. Können Sie uns Näheres zu ihr sagen?

Matzak: Sie ist eine Pionierin auf dem Gebiet der persönlichen Zukunftsplanung, verwendet sie seit Jahren und hat sehr viel Erfahrung in diesem Bereich.

Worüber genau wird Sie in Götzis sprechen?

Matzak: Darüber, was gute Unterstützung bei einem derartigen Prozess ausmacht, wie man Menschen dazu bringt, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen und mit welcher Haltung wir da drangehen müssen. Zudem wird sie zahlreiche Beispiele aus ihrer langjährigen Erfahrung bringen.

Neben dem Vortrag gibt es auch einen Workshop. Was passiert da?

Matzak: Der Workshop ist dialogartig aufgebaut, wobei Beth Mount mit den Gruppen ins Gespräch treten wird. Dabei wird über die jeweiligen Erfahrungen berichtet. Daran beteiligt sind Menschen mit Behinderung, ihre Angehörigen und die, die in dem Bereich arbeiten – daher Trialog. Zentral aber ist, dass die planenden Personen ihre eigenen Ziele und Vorstellungen formulieren und nicht unsere Lebensentwürfe oder Werthaltungen im Vordergrund stehen. Das kann es nämlich nicht sein. Die Kunst ist es, das zu ermöglichen und so weit wie möglich mit den Menschen in Kontakt zu treten. Allerdings wird es auch da, wie bei uns allen, manchmal Grenzen geben.

Interview: Brigitte
Kompatscher

■ Trialog „persönliche Zukunftsplanung“: 3. und 4. Februar, VHS Götzis (ausgebucht).

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