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Großer Auftrag für Kauffmann

Deutscher Bekleidungshersteller Hugo Boss hat gesamtes Daunenjacken-Sortiment auf Daunen von Kauffmann umgestellt.

Der Daunenaufbereiter Sleep­well Kauffmann GmbH in Hörbranz hat einen millionenschweren Großauftrag vom deutschen Bekleidungshersteller Hugo Boss erhalten. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Helmut Schrenk erklärte, werden im Unternehmen etwa 26 Tonnen Daunen für die Herstellung von Damen- und Herrenjacken für Hugo Boss aufbereitet. Die Auslieferung erfolge bis Ende 2015. „Wir sind jetzt Exklusivlieferant bei Hugo Boss für Daunenjacken. Die haben mit der Wintersaison 2015/16 alles auf den Premiumbereich von Kauffmann umgestellt“, sagte Schrenk. Das Auftragsvolumen liege bei rund 1,2 Millionen Euro, wobei bei zufriedenstellender Lieferung entsprechende Folgeaufträge in Aussicht gestellt worden seien.

Auch neu ins Geschäft gekommen sei Kauffmann mit der Sportbekleidungsmarke Lasse Kjus, die ebenfalls Daunen höchster Qualität für ihre Jacken beim Hörbranzer Unternehmen beziehe. Dazu komme die deutsche Outdoormarke Vaude, die seit Dezember 2014 die Top-Modelle ihrer Schlafsäcke mit Kauffmann-Daunen fülle. Mit diesen drei Kunden werden derzeit im Geschäftsbereich „Outdoor Business“ bis zu elf Prozent des Umsatzes erzielt.

Strikte Markentrennung

Die Aufträge führt Schrenk insbesondere auf eine im Vorjahr vollzogene und strikt eingehaltene Markentrennung zurück. Demnach tritt Sleepwell am Markt mit „Kauffmann First Class Daunen“ und „Sleepwell“ auf. Der Kauffmann-Premiumbereich umfasse die Geschäftsbereiche Decken und Kissen mit hochwertiger Füllung, das oben erwähnte Outdoor- sowie das Hotel-Business. Gerade im Hotelbereich sei für heuer ein Auftrag zur Ausstattung des Hyatt-Hotels in Paris eingegangen. Dort solle die Bettwäsche durchgehend auf die Premium-Marke von Kauffmann umgestellt werden. Zu den Hotelkunden gehören laut Schrenk auch die InterContinental-Hotels, Hotel Martinez (Frankreich) und das Ritz Paris.

Unter der Marke „Sleepwell“ würden hingegen günstigere mit Daunen und Federn gefüllte Decken und Kissen hergestellt. Zum Vergleich: Die günstigste Bettdecke mit Premium-Füllung kostet um 50 Prozent mehr als eine Basic-Decke.

Die Markentrennung sei notwendig geworden, weil man sich gegenüber den Kunden klar positionieren wolle. „Der Wettbewerb mit Billiganbietern ist am Hochlohnstandort Vorarl­berg nicht zu gewinnen. Da kann man sein Geschäft besser gleich zusperren. Deshalb konzentrieren wir uns immer stärker auf den Premium-Bereich, weil hier die internationale Konkurrenz überschaubar ist und wir als Technologieführer in der hochwertigen Daunenaufbereitung gelten“, erläuterte Schrenk. Das Ziel sei schluss­endlich, zu 100 Prozent im Premium-Segment tätig zu sein. „Größe allein zählt nicht. Wir sind ein kleines Schmuckkästchen, das als Mittelständler im Top-Bereich international erfolgreich sein kann.“

Für diese Markentrennung und weitere Anschaffungen habe Sleepwell Kauffmann im Vorjahr über 200.000 Euro investiert. Inkludiert seien neue Daunen-Prüfmaschinen und eine Optimierung der Produktionsanlagen. „Das ist notwendig, wenn man mit Firmen wie Hugo Boss ins Geschäft kommen will.“ Die Entscheidung für das Stemmen einer solchen Investition sei in enger Abstimmung mit dem 90-Prozent-Eigentümer, der Austro Holding GmbH rund um den österreichischen Investor Erhard F. Grossnigg, gefallen. „Wir sind jetzt bestens aufgestellt für große, global tätige Kunden“, betonte Schrenk. Ein Signal in diese Richtung sei auch die Einstellung von Jürgen Pfefferkorn (Jg. 1968), der zuvor über viele Jahre bei Hefel Textil und Fussenegger in Dornbirn gearbeitet habe. Pfefferkorn kümmere sich seit November 2014 um den internationalen Verkauf im exklusiven Top-Bereich.

Nachverfolgbarkeit

97 Prozent der aufbereiteten Daunen stammen aus Polen und Ungarn, drei Prozent aus dem Inland. Schrenk betont, dass es sich dabei zur Gänze um keine Lebendrupfe handle. „Das ist gerade unseren Neukunden ausgesprochen wichtig, Transparenz ist hier oberstes Gebot.“ So hätten namhafte Kunden dem Unternehmen hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit der Daunen bis zum Ursprungsort beste Werte bestätigt.

Sleepwell Kauffmann

Standort: Hörbranz, Krüzastraße 4

Umsatz 2014: 11,4 Millionen Euro, ein Rückgang gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr um etwa 2,5 Prozent (Minus hängt laut Geschäftsführung mit gebremster Markt­entwicklung in China und verringerten Bestellungen aus Russland aufgrund des Rubelkurses zusammen). Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet Geschäftsführer Helmut Schrenk ein Umsatzplus auf 11,9 Millionen Euro und einen leichten Gewinn.

Mitarbeiter: 70

Exportanteil: 80 Prozent, 40 Exportmärkte werden bedient, wobei Deutschland zu den Hauptmärkten und Russland zu den Märkten mit dem stärks­ten Wachstumspotenzial zählt. Dazu kommen Länder wie Japan, China, Korea oder Frank­reich. Heuer sollen neue Märkte wie in den USA, Kanada, Neuseeland und Singapur erschlossen werden.

Die Sleepwell Kauffmann GmbH bereitet jedes Jahr rund 250 bis 300 Tonnen Daunen auf. Daraus wurden bislang etwa 90.000 Decken und 60.000 Kissen produziert.

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